Erfrischungsgetränke ebenfalls mit Umsatzeinbruch
Schlankheitskur drückt Unilever-Gewinn

Der schlechte Sommer verdarb das Eisgeschäft. Zudem ließen die Kosten für das Umstrukturierungsprogramm ,,Der Weg zum Wachstum'' den Nettogewinn sinken.

tro BRÜSSEL. Einen rückläufigen Nettogewinn hat der niederländisch-britische Nahrungs- und Reinigungsmittelkonzern Unilever für das 3.Quartal des laufenden Geschäftsjahrs vermeldet. Das Unternehmen, das seine Quartalszahlen traditionell in konstanten statt in tatsächlichen Wechselkursen vermeldet, konnte den Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, um 5 % auf 10,976 (10,491) Mrd. Euro steigern. Das Betriebsergebnis stieg um 10 % auf 1,557 (1,418) Mrd. Euro.

Die außerordentlichen Kosten für das Umstrukturierungsprogramm ,,Der Weg zum Wachstum'', die Abschreibungen der Übernahmen von Slim-Fast, Ben & Jerry, Cressida und Amora Maille und gestiegene Steuer- und Zinslasten ließen den Nettogewinn indes um 5% auf 806 (844) Mill. Euro sinken. Verhalten positiv reagierten die Anleger auf das Resultat.

In Europa konnte Unilever den Absatz von Körperpflege- und Reinigungsmittel kräftig steigern. Von den führenden Marken verzeichneten insbesondere Dove-Seifen, Jif und Domestos-Reinigungstücher und der Weichspüler Easy Iron ein Absatzplus.

Im Nahrungsmittelsegment legten Tiefkühlprodukte und die kulinarischen Spezialitäten von Amora Maille deutlich zu. Den schlechten Sommer macht Unilever für die Absatzeinbrüche bei Eis (minus 10 %) und Erfrischungsgetränken (minus 15 %) verantwortlich, die den Gesamtumsatz um 120 Mill. Euro sinken ließen.

Unilever konnte Marktanteil behaupten

In Nord-Amerika war die Umsatzsteigerung von 13 % zu einem großen Teil der Übernahme von Slim Fast und Ben & Jerry zu verdanken. Deutliche Absatzsteigerungen wiesen Waschmittel (plus 6%) und Parfums (plus 13 %) auf. Im Segment der Haarpflege machte sich die Ausbreitung des Suave-Sortiments bezahlt. Auch ohne den zusätzlichen Umsatz durch die Übernahme von Ben & Jerry stieg der Eisabsatz um 10 %. Rückgängig war indes der Verkauf von Tiefkühlprodukten: Trotzdem konnte der Unilever-Konzern seinen Marktanteil auf dem insgesamt schrumpfenden Markt behaupten.

In Afrika und dem Nahen Osten, stieg der Umsatz insgesamt um 5 %. In Asien und der Pazifik- Region spricht Unilever von einem ,,guten Quartal'': Die Umsätze stiegen dort um 8%, der Gewinn um 15 %. Der Konzern konnte seine Position insbesondere in Japan und Südostasien verbessern.

Die Verkaufszahlen in Australien blieben stabil, in Indien machte dem Unternehmen die zunehmende Konkurrenz im Niedrigpreis-Segment und ein rückgängiger Kunstdünger-Verkauf zu schaffen. In Lateinamerika, in dem ein Umsatzwachstum von 8 % realisiert wurde, sieht Unilever ,,Zeichen der Erholung'', doch blieben die Handelsumstände in einigen Regionen weiterhin schwierig.

Die Integration der übernommenen Unternehmen mache ,,schnelle Fortschritte'', so der Vorstandsvorsitzende Anthony Burgmans: In ihrem ersten ,,vollen'' Quartal sei den neuen Tochterunternehmen Slim-Fast und Ben & Jerry ein ,,vielversprechender'' Start geglückt. Der Niederländer kündigte die Fortführung der selbstverordneten Schlankheitskur für das firmeneigene Produktsortiment an.

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