"Ergänzung zur Hausbank"
Daimler-Chrysler-Bank folgt Volkswagen

Die Daimler-Chrysler-Bank bietet ihren Kunden künftig auch Tagesgeldkonten, Sparpläne und Kreditkarten an.

dpa FRANKFURT. Damit kopieren die Stuttgarter die Volkswagen Bank direct, die schon lange Anlageprodukte offeriert. Zunächst stehe die Erweiterung der Banktätigkeit in Deutschland auf dem Programm, sagte der Vorstandsvorsitzende der Daimler-Chrysler Services AG, Klaus Mangold, am Donnerstag in Frankfurt. Später werde das Geschäft auf Europa ausgedehnt.

Mit den neuen Angeboten hofft das Institut, den Marktanteil beim Leasing und bei der Autofinanzierung ausbauen zu können. Auch die geplanten Bankprodukte wie Fonds, Festgeld oder Sparbriefe lehnten sich daher so nah wie möglich an das Fahrzeuggeschäft an.

"Derzeit werden 80 Prozent der Autos finanziert oder geleast - dies mit steigenden Anteil über die Institute der Hersteller und immer seltener über die Hausbanken der Kunden", berichtete Mangold. Mit dem Ausbau der Bank in Richtung eines vollwertigen Geldhauses hängen die Stuttgarter dem Markt hinterher.

VW etwa bietet über seine Bank schon längst mehr als das, was die Stuttgarter nun einführen, seit kurzem sogar den Handel mit Aktien. "Wir haben darauf gewartet, dass der Privatkundenanteil groß genug wird, erst dann macht ein Ausbau über das Finanzierungsgeschäft hinaus Sinn", verteidigte der Vorstandsvorsitzende der Daimler-Chrysler Bank AG, Roland Folz, den späten Start. Dieser liege nun bei 30 Prozent der mehr als 400 000 Kunden.

Allerdings scheint eher der geplante Ausstieg der Deutschen Bank bei Daimler-Chrysler ein Grund für die Verspätung zu sein, vermutet die Branche. Der Frankfurter Branchenprimus habe als wichtiger Anteilseigner der Stuttgarter bis dahin Ausbaupläne bei der Autobank gebremst.

"Wir wollen kein Ersatz, sondern eine Ergänzung der Hausbank sein", hob Mangold hervor. Wertpapierhandel, das Hypothekengeschäft oder das normale Girokonto seien daher "zumindest auf absehbare Zeit" nicht im Fokus der Daimler-Chrysler Bank. Der Aufbau von Filialen sei ebenfalls nicht geplant. Die Kunden könnten ihre Aufträge per Telefon oder Internet tätigen.

Wie viel der Ausbau des Bankgeschäfts kosten wird, wollte Mangold nicht präzisieren. Die Investitionssumme liege im "hohen zweistelligen Millionen-Bereich".

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