Ergebnis deutlich verbessert
Vodafone halbiert Verlust im Halbjahr

Der größte europäische Mobilfunkanbieter, die britische Vodafone, hat im abgelaufenen Geschäftshalbjahr operativ deutlich mehr verdient als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und den Netto-Verlust mehr als halbiert.

Reuters LONDON. Die von Analysten am Dienstag als "sehr stark" gewertete Geschäftsentwicklung ist nach Angaben von Firmenchef Chris Gent jedoch wegen künftig steigender Ausgaben für Werbung und Netzausbau nicht auf die zweite Hälfte des Geschäftsjahres (bis Ende März 2003) übertragbar. Ungeachtet dessen ließen die über den Erwartungen der Analysten liegenden Ergebnisse für die Monate April bis September die Vodafone-Aktien an der Londoner Börse um rund zehn Prozent ansteigen. Auch andere Branchenwerte zogen mit an.

Das britische Unternehmen, das in Deutschland als zweitgrößter Mobilfunkanbieter mit der Marke Vodafone D2 vertreten ist, verzeichnete unter Berücksichtigung der Beteiligungsverhältnisse bei Töchtern einen Anstieg des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) und vor Sonderposten um 30 Prozent auf 6,203 Milliarden Pfund (rund 9,8 Milliarden Euro). Der Verlust nach Firmenwertabschreibungen und Sonderposten habe sich in den sechs Monaten bis Ende September auf 4,336 Milliarden Pfund verringert nach minus 9,735 Milliarden Pfund im Vorjahreszeitraum. Der Mobilfunkumsatz stieg im ersten Halbjahr stärker als von Analysten erwartet um 15 Prozent auf 15,459 Milliarden Pfund.

Vodafone-Chef Gent zeigte sich zufrieden mit den Zahlen. Er warnte aber zugleich vor zu viel Enthusiasmus. "Dies sind aufregende Ergebnisse. Aber wir möchten nicht, dass die Leute übertrieben euphorisch sind", sagte Gent. Die Ergebnisse seien im zweiten Geschäftshalbjahr nicht reproduzierbar. Auch Analysten betonten, dass die jüngsten Ergebnisverbesserungen auf Grund von Kostensenkungen entstanden seien. Diese Prozesse ließen sich nicht ewig fortsetzen, weshalb Vodafone für Umsatzzuwächse sorgen müsse. Die Investitionen sollen nach Angaben des Konzernchefs in diesem Jahr über 5,5 Milliarden Pfund liegen und im kommenden Jahr konstant bleiben.

Das Unternehmen, das in 28 Ländern vertreten ist, zählte zuletzt unter Berücksichtigung der Beteiligungsverhältnisse weltweit 107,5 Millionen Mobilfunkkunden. Rund 22 Millionen Kunden telefonieren in Deutschland über das Netz der hundertprozentigen Tochter Vodafone D2. Die deutsche Tochter ist mit einem Umsatzanstieg um neun Prozent auf 3,6 Milliarden Euro und einem Ebitda-Anstieg um elf Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro die "stärkste Landesgesellschaft" im Konzernverbund, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Jürgen von Kuczkowski, in Düsseldorf sagte.

Der D2-Chef sieht den negativen Geschäftstrend der vergangenen 18 Monate gebrochen, da neben den Durchschnittsumsätzen der Nutzer auch der Kundenstamm wieder steige. Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde stieg in Deutschland im zweiten Geschäftsquartal im Vergleich zum Vorquartal um 1,40 Euro auf 27,50 Euro. Der Kundenbestand sei im zweiten Vierteljahr des Geschäftsjahres um netto mehr als 400 000 gewachsen, nach einem Minus von rund 90 000 Kunden im ersten Geschäftsquartal. Zudem gebe es eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach Datendiensten.

Der Schuldenstand des bis zuletzt akquisitionsfreudigen Mobilfunkkonzerns verringerte sich den Angaben nach auf 10,7 Milliarden britische Pfund von zwölf Milliarden Pfund Ende März. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten weist Vodafone damit eine äußerst geringe Verschuldung auf, da das Unternehmen seine Übernahmen unter anderem in Spanien und Japan vor allem mit eigenen Aktien bezahlte. Vodafone bietet 12,8 Milliarden Euro zur Aufstockung seines Minderheitsanteils an dem französischen Anbieter Cegetel auf 100 Prozent. Der britische Konzern rechnet jedoch damit, dass Mitgesellschafter Vivendi Universal sein Vorkaufsrecht zur Aufstockung seiner Cegetel-Anteile nutzen werde.

Vodafone-Aktien legten am Dienstag dank positiver Analystenkommentare deutlich zu und wurden am Dienstagnachmittag in einem freundlichen Gesamtmarkt mit einem Aufschlag von zehn Prozent bei 108,75 Pence gehandelt.

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