Ergebnis einer Analysten-Analyse
BW-Bank stellt die besten Prognosen

Die Absatzzahlen im Inlandsgeschäft brechen ein und ein starker Euro drückt auf die Margen von exportorientierten Unternehmen. Jüngste Entwicklungen, die Indiz dafür sind, wie schwierig sich Aktienprognosen für Deutschlands Unternehmen gestalten. Thomas Brenning lässt sich davon nicht beeindrucken. Der beste Analyst für den Deutschen Markt gibt (meist) zutreffende Empfehlungen. Einer Studie zufolge ist der Helaba-Trust-Mitarbeiter Topanalyst für den deutschen Aktienmarkt.

FRANKFURT/M. Der Londoner Informationsdienst Accuracy Quotient (AQ) hat Deutschlands Finanzmarktbeobachtern auf die Finger geguckt. Ergebnis: Die BW-Bank hat Deutschlands beste Analyseabteilung unter ihrem Dach.

Von 101 Unternehmen, die berücksichtigt wurden, hat die BW-Bank acht Aktienkursentwicklungen am besten vorhergesagt. Erfolgreich nehmen ihre Mitarbeiter vor allem Industriegüter und den Dienstleistungsbereich unter die Lupe. Helaba-Trust hat sich auf den Pharmasektor spezialisiert und ist damit noch erfolgreicher als in der AQ-Erhebung 2002, die Treffgenauigkeit führte zum zweiten Platz.

Zum zweiten Mal in Folge sagt die Researchabteilung Corporates & Markets der Hypo-Vereinsbank die Entwicklung von Dax-30-Titeln am treffsichersten voraus und unterstreicht damit ihre Vielseitigkeit. In sechs verschiedenen Branchen gehörten Empfehlungen des Instituts zu den besten Fünf.

Bis Ende Mai hat AQ Aktienempfehlungen von Analysten untersucht und nach Branchen sowie in die Indizes Dax 30, MDax und TecDax gegliedert.

Brenning, der im Vorjahr auf Platz 29 landete, ist Spezialist für Pharmawerte. Bei seiner Arbeit hat er vor allem das "Innenleben" der Unternehmen durchleuchtet und beobachtete die Lebenszyklen der einzelnen Produkte. "Das lässt Rückschlüsse auf die Ertragsentwicklung zu", verrät der Experte. Zudem würden die einzelnen Prognosen nach jeder Bekanntgabe von Quartalszahlen überarbeitet. An exogenen Einflüssen mangelt es ebenfalls nicht. "Regulierungen wie die Zwangsrabatte zu Jahresanfang haben sich erheblich auf Einschätzungen ausgewirkt", sagt Brenning. Einfluss auf seine Arbeit hatte in den vergangenen Monaten auch der Euro-Aufschwung, der Gewinnmargen von exportorientierten Unternehmen belastete. Als Tipp für Anleger nennt der 29-Jährige den Pharmahändler Schering. "Das Unternehmen hat sich gut gegen die Dollarschwäche abgesichert."

Zweiter in der Rangliste der Analysten ist Juergen Kolb von C.A.I. Chevreux. Er hat sich auf Einzelhandelswerte wie Metro oder KarstadtQuelle spezialisiert. Andre Remke von der Vereins und Westbank - belegt den dritten Platz. Schwerpunkt seiner Arbeit sind Technologiewerte wie Epcos.

Spezialisten für den Telekommunkationsbereich hatten im betrachteten Zeitraum keinen leichten Stand. Laut AQ zählt die Deutsche Telekom zu den für Analysten "schwierigsten Unternehmen überhaupt und Mobilcom hat ebenfalls Kopfschmerzen bereitet", heißt es in dem Report. Vor allem bei der Telekom hätten Vorhersagen rasch gewechselt.

Ohne Medion wäre manch Marktteilnehmer vermutlich verzweifelt. Als Mittler zwischen Handel und Produzenten vermeldet das Unternehmen seit Jahren zuverlässige Umsatzzahlen und hat die Erwartungen ebensowenig enttäuscht wie Adidas Salomon.

Zurück zu den Wurzeln hieß es AQ zufolge im vergangenen Jahr für die deutschen Finanzinstitute. Während ausländische Häuser sich aus dem deutschen Markt zurückzogen, haben die heimischen Analysten verstärkt Titel aus dem eigenen Land unter die Lupe genommen.

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