Ergebnis einer Handelsblatt.com-Umfrage
Umfrage: Vernichtendes Urteil über Ron Sommer

Der Telekom-Chef steht heute auf der Hauptversammlung nicht zum ersten Mal in der Kritik. Doch jetzt hat die Wut auf Ron Sommer ihren Höhepunkt erreicht. In einer Umfrage von Handelsblatt.com stellten die rund 1 700 Teilnehmer dem smarten Manager vor allem wegen des neuerlichen Aktien-Sinkflugs ein miserables Zeugnis aus.

DÜSSELDORF. "Wie beurteilen Sie die Arbeit von Telekom-Chef Ron Sommer?", hatte Handelsblatt.com seine Leser gefragt. Gut ein Drittel gibt dem Manager eine glatte Sechs für seine Bemühungen um das ehemalige Staatsunternehmen. Eine fast gleich große Gruppe beurteilt seine Leistungen mit "mangelhaft".

Wut und Fassungslosigkeit prägen die Reaktionen der Befragten. Die Mehrheit empfindet die hohen Vorstandsgehälter, die nicht an Leistungen gekoppelt sind, als völlig unverständlich. Horst Arenz aus Berlin bescheinigt Herrn Sommer "dreiste Abzocke". Er meint, Sommer müsse seinen Hut nehmen. "Mit getürkten Bilanzen über die dreimalige Emission der T-Aktie hat Sommer zu einer gigantischen Vernichtung von Volksvermögen beigetragen und gleichzeitig die Gehälter des eigenen Vorstandes um 90 Prozent erhöht", schreibt er. Für Frank Albrecht aus Köln sind die "Aktienpakete ohne jede Incentive-Wirkung und Augenmaß" einfach mangelhaft.

Auch die globale Expansionsstrategie des Konzern erregt die Gemüter: "Den überteuerten Kauf von Voicestream hat Sommer allein zu verantworten", urteilt ein Leser aus Hamburg. Rafael Delgado aus Köln fordert eine Bilanzanpassung im Falle Voicestream."Den Preis, der gezahlt wurde, wird das Unternehmen nicht mehr erlangen", schreibt er.

Viele Leser äußerten sich kritisch zur Persönlichkeit des Telekom-Chefs. Arroganz, Eitelkeit werden ihm vorgeworfen, wie aus den Mails hervorgeht. Ein Leser aus Hamburg schreibt: "Die deutsche Industrie benötigt auch in den höheren Positionen wieder Menschen, die zupacken und Probleme lösen können. Wir legen heute zuviel Wert auf Schönheit und Schauspielerei." Viele Leser sehen ihn wegen seiner attraktiven Optik, perfekten Außenwirkung und der Fähigkeit "die richtigen" Beziehungen knüpfen zu können auf seinem Posten.

Doch es gibt auch gemäßigtere Urteile. Einige Leser finden, dass Ron Sommer eingepfercht ist in ein Regelwerk ohne ausreichenden Handlungsspielraum: "So lange es eine Regulierungsbehörde gibt, kann Ron Sommer so gut sein wie er will - bei dem Schuldenberg und der Beamtenregierung am Bein wird er nie auf einen grünen Zweig kommen", so ein Leser aus Burthann.

Ähnlich sieht auch Jeffry Jones aus Kronberg die momentane Situation der Deutschen Telekom: "Im übertragenen Sinne stellt die Telekom nichts anderes dar als Gerhard Die Beamten müssen weg." Erst dann hätten "beide Firmen "eine realistische Chance auf ein gesundes Wachstum. Auch die Gewerkschaft Verdi ist für Jones ein Institution, die Ron Sommer Fesseln anlegt: "Ich verstehe nicht, dass man dieser Schmarotzervereinigung Verdi nicht die kalte Schulter gezeigt hat. Es muss doch einer Firma, die tief in den roten Zahlen steckt, möglich sein, ohne kostspielige Sozialpläne Arbeitnehmer zu entlassen."

Dass die horrenden Investitionen in die wertlosen UMTS Lizenzen nicht auf das Konto Sommers gehen, wird von einigen Lesern entschuldigend angebracht: " Der Bund hat sich übrigens durch die UMTS-Auktion eine ordentliche Sonderausschüttung genehmigt. Der Staat sollte den Verlust daraus der Telekom erstatten", meint ein Leser aus Hamburg.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%