Ergebnis einer UNHCR-Studie
Helfer und UN-Vertreter missbrauchten Kinder

Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und UN - Blauhelmsoldaten haben angeblich in großem Umfang Flüchtlingskinder in West-Afrika sexuell missbraucht.

dpa NAIROBI. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Mittwoch veröffentlichter Untersuchungsbericht des UN - Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und der britischen Hilfsorganisation "Save the Children".

Kinder, die für den Bericht in Liberia, Guinea und Sierra Leone befragt wurden, beschuldigten annähernd 70 Mitarbeiter von mehr als 40 Organisationen, darunter auch das UNHCR und Save the Children, als Gegenleistung für Lebensmittelrationen, Geld und Stipendien Sex verlangt zu haben.

"Die Anzahl der Vorwürfe lässt keinen Zweifel zu, dass es hier um ein ernstes Problem von sexueller Ausbeutung geht, das weiteres Handeln und Ermittlungen erforderlich macht", erklärten die Auftraggeber des Berichts. Die Mehrzahl der beschuldigten Helfer seien einheimische Mitarbeiter der Hilfsorganisationen gewesen, aber es gebe auch Vorwürfe gegen Soldaten im UN-Friedenseinsatz.

Wie UNHCR-Sprecher Dominic Bartsch am Mittwoch in der kenianischen Hauptstadt Nairobi erklärte, habe ein unabhängiges Untersuchungsteam bereits die Ermittlungen in den westafrikanischen Ländern aufgenommen. "Wir werden uns jetzt zusammensetzen und darüber beraten, was getan werden muss, damit Kinder sich nicht für Hilfeleistungen verkaufen müssen", sagte die Save the Children - Direktorin für Liberia, Jane Gibrill. Ihre Organisation entließ nach eigenen Angaben drei Mitarbeiter.

Nach Ansicht beider Organisationen muss der Schutz für Flüchtlingslager verbessert werden, um solche Übergriffe künftig zu verhindern. Ferner sollte das Personal in den Flüchtlingslagern durch mehr ausländische Mitarbeiter und mehr Frauen verstärkt werden. Den Betroffenen sollten bessere Möglichkeiten für Beschwerden eingeräumt werden, ohne dass sie Strafen befürchten müssten.

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