Ergebnis im ersten Halbjahr um 28,5 % gesteigert
BASF präsentiert sich zur Halbzeit in guter Verfassung

Die am Dienstag in London veröffentlichten Zahlen entsprachen zwar nicht ganz den hohen Erwartungen, lagen jedoch im Rahmen der Bandbreite der Analysten.

vwd LONDON. Auf der Halbjahrespressekonferenz in London präsentierte sich der BASF-Konzern erwartungsgemäß in guter Verfassung. Die Zahlen, die das Chemieunternehmen am Dienstag in London veröffentlichte, entsprachen zwar nicht ganz den hohen Erwartungen aller Börsianer, was die Börse zugleich mit einem Kursabschlag quittierte, sie lagen jedoch im Rahmen der Bandbreite der von vwd am Vortag befragten Analysten.

"Das Jahr 2000 wird für die BASF ein Rekordjahr", das Unternehmen sei in Top-Form und werde auch in den Jahren 2001 und 2002 nochmals deutlich bessere Ergebnisse erwirtschaften, betonte der Vorstandsvorsitzende, Jürgen Strube. Bis zum Jahresende will der Konzern das vergleichbare Ergebnis der Betriebstätigkeit um mehr als zehn % steigern und einen deutlich höheren Umsatz erzielen. In den Folgejahren bis 2002 soll das vergleichbare Ergebnis der Betriebstätigkeit dann ebenfalls um mindestens zehn Prozent in die Höhe klettern.

Die aktuellen Zahlen zeigten, dass das Unternehmen auf Kurs sei, sagte der Vorstandsvorsitzende. In der zweiten Jahreshälfte rechnet BASF mit einer Fortsetzung der lebhaften Geschäftsentwicklung, auf Grund des Basiseffekts des ebenfalls starken Vorjahreszeitraums erwartet Strube jedoch wesentlich moderatere prozentuale Steigerungsraten. In den ersten sechs Monaten hat der BASF-Konzern das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen um 28,5 Prozent auf 1,805 (1,405) Mrd EUR gesteigert.

Unter Hinzurechnung der Einmaleffekte, im Wesentlichen die Belastungen aus der Vitaminaffäre im Jahr 1999, verbesserte sich das operative Ergebnis sogar um 87,3 % auf 1,858 (0,992) Mrd EUR. Nach Steuern verdiente der Konzern 912 (429) Mio EUR. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 1,48 (0,69) EUR. Der Gruppenumsatz stieg um 24,5 % auf 17,439 (14,008) Mrd EUR. Die Verkaufsmengen erhöhten sich im ersten Halbjahr um 9,1 %, höhere Verkaufspreise sowie der stark gestiegene Ölpreis führten zu einem Umsatzanstieg von 11,2 %. Im zweiten Quartal konnten vor allem bei Styrol-Kunststoffen, Petrochemikalien und Anorganika sowie Faserprodukten höhere Preise durchgesetzt werden.

Außer Polyolefinen, die auf Grund verengter Margen vor allem bei Polypropylen nur ein knapp ausgeglichenes Ergebnis erwirtschafteten, erzielten alle Unternehmensbereiche sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr ein positives Ergebnis. Das höchste Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen erzielte das Segment Öl und Gas, das unterstützt durch die gestiegenen Ölpreise einen Ergebnisbeitrag von 487 (169) Mio EUR lieferte. Das Segment Kunststoffe und Fasern profitierte von deutlich verbesserten Strukturen und stark erhöhten Absatzmengen im zweiten Quartal und erzielte im ersten Halbjahr ein um 83,5 % auf 446 (243) Mio EUR gestiegenes Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen.

Im Segment Chemikalien erhöhte sich diese Kennziffer im Halbjahr nur leicht auf 364 (363) Mio EUR, das zweite Quartal brachte hier einen Zuwachs von 23,8 %. Unter den vergleichbaren Vorjahreswerten lag das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen mit 304 (351) Mio EUR im Segment Farbmittel und Veredelungsprodukte. Auf Grund der enger gewordenen Margen seien Preiserhöhungen im zweiten Halbjahr notwendig, sagte Strube. Einen Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr auf 290 (326) Mio EUR musste auch das Segment Gesundheit und Ernährung hinnehmen. Strube begründete die Einbußen mit den zurzeit schwierigen Bedingungen im Agrarsektor und dem in Umstrukturierung befindlichen Pharmageschäft, dessen Quartalsergebnis unter dem vergleichbaren Vorjahresquartal gelegen habe.

Das profitable Wachstum des Konzerns sei das Resultat der Strategie des kontinuierlichen Wandels, unterstützt von einer derzeit guten Konjunktur, sagte Strube. Die BASF werde künftig weiter daran arbeiten, das Geschäft in den konjunkturrobusten Arbeitsgebieten zu verstärken. In den zyklischen Bereichen soll eine Position der Kosten- und Marktführerschaft angestrebt und in den Wachstumsregionen die Position gezielt ausgebaut werden. Als wichtige Maßnahmen der vergangenen Monate bezeichnete Strube unter anderem den Erwerb von American Cyanamid. Die neue, erweiterte und schlagkräftige Organisation des fusionierten Agrogeschäfts werde bereits im Oktober aktionsfähig sein, kündigte Strube an.

Ein weiterer wichtiger Schritt sei der beabsichtigte Kauf des Vitamingeschäfts von Takeda und die Übernahme von Chemdal gewesen. Das geplante Polyolefin-Joint-Venture BASELL mit Shell sei Teil der Strategie, die Kosten und Marktführerschaft bei stärker zyklischen Geschäften zu erreichen. Vorstandsmitglied Jürgen Hambrecht unterstrich die Absicht der BASF, in der Asien-Pazifik-Region weiter zu wachsen. Die Wachstumsaussichten des asiatischen Chemiemarktes seien ausgesprochen ermutigend, betonte Hambrecht. In den nächsten zehn Jahren werde für den asiatischen Chemiemarkt ein durchschnittliches Wachstum von 5,7 % erwartet.

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