Ergebnis im ersten Quartal deutlich verbessert
Depfa erhöht Gewinnprognose

Der Staatsfinanzierer Depfa Bank Plc hat den Gewinn im ersten Quartal fast verdoppelt und die Prognose für das Gesamtjahr erhöht.

nw FRANKFURT/M. Der Staatsfinanzierer Depfa Bank Plc hat den Gewinn im ersten Quartal fast verdoppelt und die Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Ursprünglich hatte Depfa-Chef Gerhard Bruckermann ein Ergebnis von 250 Mill. Euro für das Jahr 2003 in Aussicht gestellt. Die Bank halte jetzt aber auch 300 Mill. Euro für "greifbar", teilte die in Dublin beheimatete Depfa gestern mit. An der Börse legte die Aktie gestern um über 10 % zu.

Im ersten Quartal stieg der Konzerngewinn um 43 % auf 83 Mill. Euro. Die Depfa habe vor allem von günstigen Finanzierungsbedingungen und dem Ausbau ihres Investmentbankings profitiert. Mit 29 % Eigenkapitalrendite nach Steuern und einer Kosten-Ertrag-Relation von 19 % nach eigenen Angaben ist der Spezialfinanzierer deutlich besser als viele deutsche Finanzhäuser.

Die Expansion im Investmentbanking - Finanzberatung und Aktivitäten auf den Anleiheprimärmärkten - schlägt sich im deutlichen Anstieg des Provisionsergebnisses im ersten Quartal nieder. Nach einem Minus von 1 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum erzielte die Depfa in den ersten drei Monaten dieses Jahres 20 Mill. Euro Überschuss. Das Zinsergebnis verbesserte sich um 18 % auf 80 Mill. Euro, das Handelsergebnis von minus 4 auf ein Plus von 26 Mill. Euro.

Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich hingegen um 35 % auf 27 Mill. Euro. Die wichtigste Ursache sind Rückstellungen für die variable Vergütung: Für den Baranteil sorgt die Bank quartalsweise vor. Der Aktienanteil kann hingegen erst später gebucht werden, so dass die Belastung in den nächsten Jahren steigen wird. Daher zeichne die sehr niedrige Kosten-Ertrag-Relation im ersten Quartal auch ein zu positives Bild, mittelfristig sei eine Quote von etwa 30 % realistisch, sagte gestern ein Sprecher. Auch für das Gesamtjahr 2003 rechnet die Bank mit einer deutlich höheren Quote. Das Neugeschäft im ersten Quartal erreichte 12,4 Mrd. Euro.

Analysten äußerten sich gestern positiv. Der Anstieg sei im operativen Geschäft erzielt worden und nicht auf einmalige Sondereffekte zurückzuführen, wertete Metehan Sen von Sal. Oppenheim die Zahlen. Martin Peter von WestLB Panmure hält die Aktie derzeit für unterbewertet. Sie notiert um 55 Euro, dem 1,25-fachen des Buchwertes.

Um das US-Geschäft auszubauen, hat die Depfa jetzt ein Finanzhaus in New York gegründet, das für Anleihen öffentlicher Hände Liquiditätslinien stellt und gegen Provision hilft, die Bonität von Emissionen zu verbessern. Innerhalb der nächsten zwölf

bis achtzehn Monate soll die US-Einheit rund 5 Mrd. US-Dollar Geschäft machen, sagte ein Depfa-Sprecher.

Die Depfa Bank Plc ist im vorigen Jahr durch die Spaltung des Depfa-Konzerns in die Staatsfinanzierung und den Immobilienfinanzierer Aareal Bank hervorgegangen.

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