Ergebnis im Februar
China schließt Volkszählung ab

Reuters PEKING. Die Volksrepublik China hat am Mittwoch fünf Tage später als ursprünglich geplant ihre Volkszählung abgeschlossen. Die Regierung begründete die Verlängerung mit unerwarteten Schwierigkeiten bei der Zählung. Das Ergebnis der turnusgemäß alle zehn Jahre stattfindenden Volkszählung soll der Statistischen Behörde zufolge im Februar vorliegen. Die Regierung gab bis zum Ende dieser Dekade als Ziel eine Bevölkerungszahl von 1,3 Mrd. Menschen. China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde und versucht mit strengen Geburtskontrollen das Wachstum seiner Bevölkerung zu bremsen.

Sechs Mill. Volkszähler sammelten die Daten von 360 Mill. Haushalten. Sie fragten auch nach den Lebensbedingungen der Menschen wie Wohnverhältnissen und sanitären Versorgung.

Der Sprecher der Statistischen Behörde dementierte am Mittwoch Berichte, während der Zählung sei es zu Unregelmäßigkeiten gekommen und mehrere Mill. Menschen seien nicht mitgezählt worden. Die Tageszeitung "China Daily" berichtete, durch "mathematische Irrtümer" seien in der zentral gelegenen Provinz Hunan bis zu zehn der geschätzten 65 Mill. Einwohner nicht gezählt worden. Auch in der nordwestlichen Provinz Shaanxi fehlten in der Gesamtzahl zwei Mill. Menschen.

Aus Angst vor einer Weitergabe der Daten an andere Behörden versuchten nach Angaben offenbar viele Menschen, der Zählung zu entgehen. Volkszähler stünden oft vor verschlossenen Türen, sagte ein Mitglied der Pekinger Stadtverwaltung. China hat sehr strenge Meldegesetze. Zur Beruhigung hatte die Regierung in einer Öffentlichkeitskampagne versichert, die gewonnenen Daten würden nicht an die lokalen Meldebehörden und Regierungen weitergereicht. In China leben mehr als 200 Mill. Gastarbeiter, die die Konsequenzen einer Zählung an einem Ort, an dem sie nicht offiziell angemeldet sind, fürchten könnten.

Wegen der Ein-Kind-Politik des Staates hatten Experten zudem davor gewarnt, dass sich Familien mit mehreren Kindern nicht vollständig zählen lassen würden. Von der Zählung wird auch Aufschluss darüber erwartet, ob es als Folge der Ein-Kind-Politik deutlich mehr Männer als Frauen gibt. In der chinesischen Kultur wird die Geburt eines männlichen Nachkommens höher bewertet als die eines Mädchens.

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