Ergebnis im Rahmen der Erwartungen
Wal-Mart erwartet baldige Marktbelebung

Der US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart hat im abgelaufenen Geschäftsquartal trotz der Belastungen durch Irak-Krieg und schlechtes Wetter seinen Gewinn deutlich gesteigert.

Reuters CHICAGO. Das nach Erlösen weltweit größte Unternehmen profitierte dabei vom schwächeren Dollar, der für kräftige Zuwächse im Auslandsgeschäft sorgte. Der Branchenprimus, der als Gradmesser für die Lage der US-Wirtschaft gilt, erwartet eine allmähliche Marktbelebung in der zweiten Jahreshälfte. Auch kleinere Konkurrenten wie J.C. Penney und TJX Cos Inc. gehen davon aus, dass Umsätze und Gewinne nun wieder anziehen. Analysten äußerten sich am Dienstag allerdings skeptischer zum Branchenausblick und verwiesen insbesondere darauf, dass Wal-Mart sehr stark von der Entwicklung des US-Arbeitsmarktes abhänge. Die Wal-Mart-Aktie verzeichnete Kursverluste.

Konzernchef Lee Scott bezeichnete das vergangene Geschäftsquartal als besonders schwierig. So trübte der Irak-Krieg das Verbrauchervertrauen weiter ein und hielt die Konsumenten gebannt vor dem Fernseher und damit vom Einkauf ab. Ferner klagten die US-Einzelhändler über das schlechte Winterwetter. Scott sprach von enttäuschenden Wal-Mart-Umsätzen und zu hohen Lagerbeständen in den USA. Erfreut zeigte sich der Konzernchef dagegen über die Ergebnisse im internationalen Bereich. Diese wurden insbesondere durch die Kursverluste des Dollar begünstigt. Verliert dieser gegenüber anderen Währungen an Wert, verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit von US-Firmen im Ausland, weil diese ihre Produkte dort günstiger anbieten oder bei gleichen Preisen höhere Margen einstreichen können.

Als größter Einzelhandelskonzern spiegelt Wal-Mart das Konsumverhalten in den USA in besonderer Weise wider. Die Verbraucherausgaben machen rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Umgekehrt ist Wal-Mart aber auch besonders abhängig von der konjunkturellen Entwicklung. Nur ein deutlich erholter Arbeitsmarkt könne für einen Umsatzschub bei dem Unternehmen sorgen, sagte Charles Ryan, Analyst bei BB&T Asset Management. "Wir brauchen eine wirtschaftliche Erholung und bessere Aussichten für die Beschäftigung." Am Mittwoch werden die US-Einzelhandelsumsätze für April erwartet.

Im ersten Geschäftsquartal (zum 30. April) steigerte Wal-Mart den Gewinn um 14 % auf 1,86 Mrd. Dollar. Das Ergebnis je Aktie lag mit 42 Cent so hoch wie von Analysten durchschnittlich prognostiziert. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp zehn Prozent auf 56,72 Mrd. Dollar. Im internationalen Geschäft verbesserte sich der operative Gewinn den Angaben zufolge um 13,3 % auf 384 Mill. Dollar. Davon seien allein 219 Mill. Dollar auf die günstige Wechselkursentwicklung zurückzuführen.

Bei Wal-Mart verzerrten auch Änderungen in der Bilanzierung den Quartalsbericht etwas. So fiel der Gewinn um rund 100 Mill. Dollar geringer aus als nach bisheriger Rechnungslegung, weil das Unternehmen Zahlungen seiner Lieferanten als Gegenleistung für Produktwerbung nun anders verbuchen muss.

Für das laufende Quartal erwartet Wal-Mart einen Gewinn je Aktie von 49 bis 51 Cent. Die Prognose liegt am unteren Ende der Analystenerwartungen. Gleichwohl bekräftigte der Konzern sein Ergebnisziel für das Gesamtjahr von etwa 2,00 bis 2,05 Dollar je Aktie.

Wal-Mart-Konkurrent J.C. Penney verbuchte zwar einen Gewinnrückgang auf 61 (Vorjahresperiode 86) Mill. Dollar im abgelaufenen Geschäftsquartal (zum 26. April), hält aber ebenfalls an seiner Gewinnprognose für das Gesamtjahr fest. Auch die Einzelhändler TJX und OfficeMax verzeichneten niedrigere Gewinne. Dem weiteren Jahresverlauf sehen die Unternehmen zuversichtlich entgegen. J.C. Penney sprach von ersten Anzeichen einer Verbesserung des Marktumfelds. Branchenexperten halten dies allerdings für zu optimistisch. "Wir denken, dass das restliche Jahr für die meisten Einzelhändler hart wird", sagte Kurt Barnard, Präsident der Barnard's Retail Consulting Group. "Wir glauben nicht an einen Aufschwung im zweiten Halbjahr."

Wal-Mart-Aktien verloren im Vormittagshandel an der Wall Street stärker als der Gesamtmarkt 1,2 % auf 56,00 Dollar. Auch TJX und OfficeMax verloren 1,6 % auf 19,69 Dollar beziehungsweise 2,5 % auf 5,46 Dollar. J.C. Penney dagegen legten gegen den Trend knapp fünf Prozent auf 18,77 Dollar zu.

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