Ergebnis leicht gesunken
Bilfinger Berger will weiter zukaufen

Der Baukonzern Bilfinger Berger rechnet sich gute Chancen aus, beim anstehenden Verkauf der US-Tochter J.A. Jones der insolventen Philipp zum Zuge zu kommen.

Reuters MANNHEIM. Der zweitgrößte deutsche Baukonzern sei auf Grund seines strategischen Interesses in dem Bieterverfahren um J.A. Jones sowie um die deutsche Holzmann-Gebäudedienstleistungstochter HSG in einer guten Position, sagte Vorstandschef Herbert Bodner am Dienstag in Mannheim. "Unvernünftige Sprünge werden wir aber nicht machen", schränkte er jedoch ein.

Seinen Gewinn, der 2001 um 21 Prozent auf 52 Millionen Euro gestiegen war, will Bilfinger Berger in diesem Jahr trotz der Flaute in der deutschen Bauwirtschaft erneut erhöhen. "Beide Teile würden perfekt zu uns passen", sagte Bodner mit Blick auf Jones und HSG. Bilfinger Berger, das in den USA nur mit der für zu klein erachteten Tochter Fru-Con vertreten ist, wolle dort angesichts des hohen Wachstumspotenzials zukaufen.

Jones setzt nach Unternehmensangaben rund 3,3 Milliarden Dollar um. Der Verkaufsprozess könne sich aber noch hinziehen. Bei HSG sei dagegen innerhalb von zwei Monaten mit der Entscheidung des Holzmann-Insolvenzverwalters zu rechnen. "Wir sind mit unserem Interesse nicht allein" betonte Bodner.

"Können beide Übernahmen stemmen"

Finanziell könne der Mannheimer Konzern nach Ansicht seines Vorstandschefs beide Übernahmen stemmen. Bilfinger Berger müsse dafür seine lukrative 30-Prozent-Beteiligung an der Buderus AG nicht verkaufen. Sein strategisches Interesse an dem Heiztechnik-Unternehmen, das im vergangenen Jahr 27 Millionen Euro zum Ergebnis beisteuerte, hatte der Konzern zuletzt verloren.

Neben der HSG, die 200 Millionen Euro umsetzt, interessiere sich Bilfinger Berger auch für andere Industriedienstleister. So würden auch Teile des vor der Zerschlagung stehenden Salamander-Konzerns, wie der Parkhaus-Betreiber Apcoa Parking, zu dem Baukonzern passen, sagte Bodner.

Mit einer noch stärkeren Verlagerung des Geschäfts auf das Ausland glaubt Bilfinger Berger auch in diesem Jahr der Flaute am Bau in Deutschland trotzen zu können. Mit einem auf rund 60 Prozent steigenden Auslandsanteil solle die Bauleistung 2002 leicht auf 4,8 (Vorjahr: 4,61) Milliarden Euro steigen. Zukäufe könnten Umsatz und Ergebnis noch höher ausfallen lassen.

In den ersten drei Monaten 2002 sank zwar die Leistung um vier Prozent auf 951 Millionen Euro, doch stieg der Auftragseingang binnen Jahresfrist um 21 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Während die Bauleistung der deutschen Einheiten um 14 Prozent schrumpfte, nahm sie im Ausland um drei Prozent zu.

Keine Trendwende am deutschen Bau

Für die Baukonjunktur im Inland ist Bodner weiter skeptisch. "Eine Trendwende ist nicht in Sicht", sagte er. Allenfalls der öffentliche Bau gebe Anlass zu leichtem Optimismus. Dabei setzt der Konzern auch auf den Bau und Betrieb von privat finanzierten Verkehrsprojekten in Deutschland.

Dennoch soll auch das Inlandsgeschäft von Bilfinger Berger mit einem nahezu stabilen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro 2002 sein Ergebnis verbessern, nachdem der inländische Ingenieur- und Hochbau im vergangenen Jahr mit einem Betriebsgewinn von drei (Vorjahr: minus 13) Millionen Euro die Null-Linie überschritten hatte.

Gleichzeitig würden jedoch mehr als 300 der 6300 Arbeitsplätze abgebaut. Konzernweit werde die Zahl der Beschäftigten jedoch um 7000 auf 50.000 steigen. Zuwächse erwartet Bilfinger Berger im Ausland, wo die Leistung auf 2,7 (2,5) Milliarden Euro und das operative Ergebnis von zuletzt 40 Millionen Euro ausgebaut werden sollen. Zusätzliche 161 Millionen Euro fließen Bilfinger Berger aus dem Verkauf seines Anteils an der Dresdner Bank zu.

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