Ergebnis maximal im zweistelligen Millionenbereich: Epcos-Chef erwartet Aufschwung für 2003

Ergebnis maximal im zweistelligen Millionenbereich
Epcos-Chef erwartet Aufschwung für 2003

Epcos-Chef Gerhard Pegam rechnet in diesem Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang von bis zu 30 %, erwartet danach aber einen deutlichen Aufschwung in seinem Geschäft mit elektronischen Komponenten.

rtr MÜNCHEN. Im Geschäftsjahr 2001/2002 (zum 30. September) werde Epcos noch unter dem erheblichen Preisverfall in der Branche leiden, sagte Pegam am Mittwochabend in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er rechne daher in diesem Jahr mit einem Umsatzeinbruch von 20 bis 30 % gegenüber den im Vorjahr erreichten 1,9 Mrd. ?. Epcos werde zudem für ein positives Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) im Gesamtjahr kämpfen müssen. "Wir hoffen, ein Ergebnis im vernünftigen zweistelligen Millionen-Euro Bereich erzielen zu können." Die Epcos-Aktien verloren nach dieser Prognose am Donnerstag im frühen Handel mehr als vier Prozent auf 43,00 ?. Im weiteren Handelsverlauf erholten sich die Titel größtenteils wieder und lagen gegen Mittag nur noch 0,40 % im Minus.

Für das kommende Geschäftsjahr gab sich der Epcos-Chef zuversichtlicher. Angesichts der erwarteten Erholung in der Branche rechne er 2002/2003 wieder mit einem Umsatzwachstum im prozentual zweistelligen Bereich und einer deutlichen Ergebnissteigerung gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr.

Epcos stellt mehr als 40 000 verschiedene so genannte passive Bauelemente her, die in allen elektronischen Geräten von Autos über Handys oder Küchenmaschinen eingesetzt werden. Weltweit ist Epcos darin die Nummer zwei hinter dem japanischen Konzern Murata. "Bauelemente war schon immer ein zyklisches Geschäft und das wird auch immer so sein. Die Kunst ist, möglichst schnell und flexibel auf die Auf- und Abschwünge zu reagieren", beschrieb Pegam die Herausforderung seines Geschäfts.

Erholung erwartet

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Epcos AG, die rund 40 % ihres Umsatzes mit Produkten für die Telekommunikationsindustrie erwirtschaftet, vor allem unter dem überraschenden Nachfrageeinbruch im Mobilfunk gelitten. Im vierten Quartal war der Konzern sogar in die roten Zahlen gerutscht. Auch die ersten zwei Quartale des laufenden Geschäftsjahres würden noch von dem erheblichen Preisdruck belastet, erläuterte Pegam. Im Durchschnitt werde Epcos in diesem Jahr wohl einen Rückgang der Preise seiner Produkte um zwölf bis 15 % verkraften müssen. Ab dem dritten Quartal rechnet der Epcos-Chef aber wieder mit Umsatzzuwächsen im prozentual "hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich" gegenüber dem jeweiligen Vorquartal. Vor allem im Mobilfunk zeige sich eine Belebung des Geschäfts, nachdem die Handy-Hersteller ihre Läger abgebaut hätten. "Die Lagerbestände haben sich wieder normalisiert", sagte Pegam. Auch in den Bereichen Industrie- und Automobilelektronik, die zusammen gut 30 % des Konzernumsatzes ausmachen, ließen die steigenden Auftragseingänge auf eine Erholung schließen. Im PC-Geschäft habe Epcos schon im vergangenen Jahr neue Kunden wie Dell oder IBM gewonnen und den Umsatz verdoppelt. Weiter schlecht laufe dagegen das Geschäft mit Komponenten für die Festnetz-Telekommunikation. "Hier sehen wir auch keine schnelle Erholung. Das Jahr 2002 wird schwierig."

In den für 2003 erwarteten Aufschwung der Branche will Epcos mit einer verbesserten Kostenstruktur und neuen Produkten gehen. Rund 200 Mill. ? sollen im laufenden Geschäftsjahr eingespart werden. Dabei würden 1000 Arbeitsplätze von Hochlohnländern wie Deutschland, Österreich und Frankreich in Niedriglohnländer verlegt. Die gesamte Zahl der Mitarbeiter von derzeit gut 12 600 werde aber ungefähr gehalten, sagte Pegam. Bei den Produkten setzt Epcos unter anderem auf die im Konzern entwickelten Piezo-Aktuatoren, die in Diesel-Einspritzsystemen verwendet werden und den Kraftstoffverbrauch um bis zu 15 % senken.

Bei Konsolidierung will Epcos mitmischen

Angesichts des anhaltenden Preisdrucks rechnet Pegam auch mit einer Fortsetzung der Konsolidierung in der Branche. "Wir möchten da natürlich mitmischen. Wir schauen uns laufend verschiedene Situationen an", sagte der Epcos-Chef. Zukäufe müssten aber zu Epcos passen und den Wert des Unternehmens steigern. "Wir werden nicht etwas kaufen, nur weil gerade der Preis günstig ist", sagte Pegam. Insgesamt werde es aber eher um kleinere Zukäufe gehen. "Den großen Deal sehe ich heute nicht mangels attraktiven Targets", sagte Pegam.

Sorgenkind bei Epcos bleibt die Sparte Ferrite, die im ersten Quartal einen operativen Verlust von 7,2 Mill. ? erwirtschaftet hat. Bis Mitte 2003 werde er dem Geschäft noch Zeit geben, um die Restrukturierung voranzutreiben und wieder auf einen profitablen Weg zurückzukehren. Ansonsten müsste man auch über einen Verkauf, Kooperation oder die Schließung nachdenken.

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