Ergebnis nach Risikovorsorge bei minus 1,38 Mrd. Euro
Rupf bleibt bis zur Hauptversammlung im Amt

Im Aufsichtsrat der krisengeschüttelten Bankgesellschaft Berlin AG zeichnet sich ein Kompromiss zur Frage ab, wie lange ihr Vorstandsvorsitzender Wolfgang Rupf im Amt bleiben wird: Rupf soll nur bis zur nächsten Hauptversammlung am 29. August an der Konzernspitze stehen.

va BERLIN. Auf diese Lösung haben sich am Freitag das Land Berlin als Mehrheitsaktionär und Arbeitnehmervertreter geeinigt. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Aufsichtsrats. Die Belegschaftsvertreter verlangen, dass Rupf bei der heutigen Aufsichtsratssitzung den oben genannten Rücktrittstermin zu Protokoll gibt. Erst Anfang des Jahres hatte der Aufsichtsrat Rupfs Mandat bis 2006 verlängert.

Die zehn Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat hatten, wie schon berichtet, die Personalie Rupf auf die Tagesordnung der Aufsichtsratsitzung gesetzt. Sie drängen auf Rupfs Abwahl, rechnen aber nicht damit, die dazu notwendige Zweidrittelmehrheit in dem 20-köpfigen Gremium zu bekommen. Als Folge des Kompromisses wird es keine Abstimmung über Rupf geben.

Auf der Hauptversammlung muss der Vorstandsvorsitzende für den Jahresabschluss geradestehen. Die Ergebnisrechnung des Konzerns weist für das Geschäftsjahr 2000 einen Verlust von 1,65 Mrd. Euro aus. Dies geht aus der nicht testierten Vorlage hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Im Vorjahr 1999 waren noch 157 Mill. Euro Gewinn erzielt worden. Der Aufsichtsrat muss heute über die Vorlage abstimmen. Danach ist für das Jahr 2000 keine Dividende vorgesehen. Auch für 2001 sei keine Ausschüttung zu erwarten, heißt es.

Nach der Bilanzvorlage belasteten die Neubewertung des Kreditgeschäfts, die Risiken aus den übernommenen Garantien für das Immobiliengeschäft und die weitere Vorsorge für das Immobilenfondsgeschäft den Konzern mit insgesamt 2,51 Mrd. Euro. Von der gesamten Risikovorsorge entfielen allein auf die Rückstellungen für Kredite und für das Immobiliengeschäft 656 Mill. Euro auf die Berlin Hyp, 689 Mill. Euro auf die Landesbank und 400 Mill. Euro auf die Bankgesellschaft.

Auf der Ertragsseite leidet die Bankgesellschaft Berlin darunter, dass ihre bisherige Ertragssäule, das Zinsgeschäft, bröckelt. Der Zinsüberschuss sank im vergangenen Geschäftsjahr auf 1,6 (Vorjahr 2) Mrd. Euro.

Über die Kapitalerhöhung sind die Anteilseigner weiter uneinig. Berichten zufolge überlegt Berlin, nur einen Teil der erforderlichen 2 Mrd. Euro über eine solche Maßnahme zur Verfügung zu stellen. Der Rest könnte über eine stille Beteiligung zugeschossen werden.

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