Ergebnis soll über Plan liegen
VCL müht sich erfolgreich um Schuldenabbau

Die VCL Film + Medien AG liegt nach eigenen Angaben beim Ergebnis im ersten Halbjahr 2000/01 über ihren eigenen Planungen und hat ihre Schulden binnen sechs Monaten drastisch gesenkt. In zwei Monaten soll der Finanzengpass überwunden sein.

rtr/vwd MÜNCHEN. Finanzchef Christian Bennhold sagte auf der Hauptversammlung am Mittwoch in München, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) habe im ersten Halbjahr (zum 31. Mai) über den geplanten 1,0 Mill. ? gelegen. Auch der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sei höher ausgefallen als mit zwölf Mill. ? geplant. Von Dezember bis Ende Mai seien die Verbindlichkeiten auf 102 Mill. von 194 Mill. ? abgebaut worden.

Vorläufigen Zahlen nach konnte das Unterenehmen den Umsatz im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2000/01 (30. November) um 168 Prozent auf rund 51 (Vorjahr 19) Mill. Euro steigern. Davon entfielen auf die neue Tochtergesellschaft Scanbox Entertainment 26,5 Mill. Euro und auf VCL 24,5 Millionen Euro. Ohne Scanbox beträgt die Umsatzsteigerung den Angaben zufolge 29 Prozent.

Ausgestanden ist die Finanzkrise des Unternehmens aber noch nicht. Nach den Worten Bennholds liegt der Liquiditätsengpass derzeit bei zehn bis 15 Mill. Euro. Dieser Engpass solle innerhalb der kommenden zwei Monate beseitigt werden. Derzeit würden Verhandlungen mit Banken geführt. Außerdem versuche das Unternehmen, die Lizenzgeber um Aufschub von Zahlungen zu bewegen bzw Projekte zurück zu geben. Als letztes Mittel zur Beseitigung des Liquiditätsengpasses komme eine Kapitalerhöhung in Frage, sagte Bennhold.

An der vor vier Wochen auf 151,8 (Vorjahr: 60,3) Mill. ? gesenkten Umsatzprognose für 2000/01 (zum 30. November) hielt Bennhold fest. Die VCL-Aktie schnellte an der Börse nach der Mitteilung kräftig nach oben.

VCL - Intraday-Chart

Aktionärsschützer verweigern dem Vorstand die Entlastung

Aktionäre übten harsche Kritik an der Unternehmenspolitik. Sowohl die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) als auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) forderten, den Vorstand des angeschlagenen Medienunternehmens nicht zu entlasten. "Durch die völlig unzureichende Informationspolitik der Vorstände über die Lage der Gesellschaft ist im Markt eine sehr große Unsicherheit über die Zukunft von VCL entstanden", beklagte der SdK-Vertreter.

Der DWS-Sprecher äußerte, das Unternehmen scheine an der "Grenze seiner finanziellen Möglichkeiten" zu sein. Außerdem sprach sich die SdK dagegen aus, der beantragten Schaffung eines genehmigten Kapitals von 6,2 Mill. ? (12,1 Mill. DM) und der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen zuzustimmen. Der Vorstand habe es innerhalb eines halben Jahres fertiggebracht, die durch die Kapitalerhöhung im April 2000 zugeflossenen 52 Mill. ? auszugeben. Der DWS-Vertreter sagte, er frage sich, ob der Boden beim Aktienkurs schon erreicht sei. Zum Börsengang im Mai 1999 lag die im MDAX gelistete Aktie bei rund 33 ?.

Während der DWS-Vertreter Schadenersatzansprüche ankündigte, räumte Finanzvorstand Christian F. Bennhold Versäumnisse bei der Informationspolitik ein und gelobte Besserung.

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