Ergebnis um 22,1 % auf 30,4 Mill. DM gestiegen
Escada will Sonderlasten rasch wettmachen

Bis Ende Oktober will der Damenmodekonzern mit Hilfe des florierenden Geschäfts Sonderbelastungen ausgleichen, die in den ersten neun Monaten zu einen Vorsteuerverlust von 43 Mill. DM geführt haben.

Reuters ASCHHEIM. Bis Ende Oktober will der Damenmodekonzern Escada AG mit Hilfe des florierenden Geschäfts Sonderbelastungen ausgleichen, die in den ersten neun Monaten zu einen Vorsteuerverlust von 43 Mill. DM geführt haben. "Wir haben immer ein starkes viertes Quartal", sagte Finanzvorstand Georg Kellinghusen dazu am Donnerstag in Aschheim bei München. Der positive Trend im operativen Geschäft habe sich auch im dritten Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 (zum 31. Oktober) fortgesetzt. Nach hohen Auftragseingängen für die Frühjahr/Sommer-Kollektion ist Kellinghusen auch für 2000/01 optimistisch.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg bei Escada in den ersten neun Monaten bis Juli um 22,1 % auf 30,4 (Vorjahr: 24,9) Mill. DM. Bis zum Ende des Geschäftsjahres soll es bei über 80 (69,6) Mill. DM liegen und im Vergleich zum Vorjahr damit "deutlich zweistellig" steigen. Der Verlust, der durch die Verbuchung von 51 Mill. DM außerordentlichen Belastungen in der ersten Jahreshälfte entstanden war, soll sich nach Kellinghusens Vorstellungen vor Steuern in eine schwarze Zahl verwandeln. Das Ergebnis werde "leicht positiv ausfallen", sagte er. Der Konzernumsatz legte auf vergleichbarer Basis in den ersten neun Monaten 1999/2000 um 7,7 % auf 1,074 von 1,049 Mrd. DM zu.

Die anhaltend gute Auftragslage werde sich auch in der Saison Frühjahr/Sommer 2001 fortsetzen, sagte Kellinghusen. Für die Kollektion der Marke "Escada" lägen für Herbst/Winter um 15 % mehr Aufträge vor als vor Jahresfrist, hieß es. Für die folgende Modesaison rechnet der Finanzvorstand für alle Marken des Konzerns mit einem prozentual zweistelligen Zuwachs. "Die Auftragslage ist viel versprechend", sagte er. Daher werde der Umsatz erneut zweistellig zulegen, das Ergebnis noch stärker wachsen. An der Börse verlor die im M-Dax notierte Escada-Aktie zunächst etwas an Boden, erholte sich nach den optimistischen Prognosen aber. Gegen Mittag hatte das Papier mit 119,50 Euro einen Vorsprung von 0,4 %.

Künftig will Escada nur noch mit seiner Kernmarke und unter "Laurèl" auftreten. Alle übrigen Marken sollen verkauft oder an die Börse gebracht werden. "Wir werden unsere Portfoliopolitik konsequent fortsetzen", versprach Kellinghusen. Erster Kandidat für einen Börsengang ist die Primera AG, für die Escada zurzeit einen Finanzpartner sucht. "Primera hat hohes Potenzial", sagte Kellinghusen. Der Schritt an die Börse sei in zwei bis vier Jahren möglich. Die deutsche Tochter Kemper könnte dagegen auch verkauft werden.

Vor allem in den USA und Asien habe sich das Geschäft in den ersten neun Monaten 2000 glänzend entwickelt, so Escada weiter. Dazu habe die Marke Escada überproportional beigetragen, deren Umsatz weltweit um 13 % wuchs. "Wir sehen damit die hohe Akzeptanz unserer Produktlinien bestätigt", sagte Kellinghusen. "Mit dem USA-Geschäft bin ich sehr zufrieden." Dort erzielt das Unternehmen bereits 27 % des weltweiten Umsatzes. In Asien stieg der Umsatz des Modeherstellers um 60 %, in Nordamerika um 18 %. Dagegen blieb das Geschäft im Inland, um die 1999 verkaufte Tochter Kurt Neumann GmbH & Co. bereinigt, praktisch unverändert.

Die verbliebenen Tochtergesellschaften im Inland trugen nach langjährigen Verlusten mit einem EBIT von 4,7 (1998/99: minus 5,4) Mill. DM erstmals wieder zum Konzernergebnis bei. In der Escada AG kletterte das operative Ergebnis auf 42,4 (34,9) Mill. DM.

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