Ergebnis und Umsatz gesteigert
FMC enttäuscht die Analysten

Der weltweit führende Dialyse-Konzern Fresenius Medical Care (FMC) hat im ersten Quartal des Jahres weniger verdient und erlöst als von Analysten erwartet, hält aber an seinen Prognosen fest. Analysten beurteilten die Zahlen unterschiedlich.

Reuters BAD HOMBURG. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei um elf Prozent auf 174 Millionen Dollar (knapp 193 Millionen Euro) gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Bad Homburg mit. Das Gewinnplus sei durch die Änderungen bei der Abschreibung von Firmenwerten (Goodwill) gemäß den US-Bilanzierungsregeln (US-GAAP) begünstigt worden. Der Umsatz habe sich um zwei Prozent auf 1,187 Milliarden Dollar erhöht. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Ebit von knapp 177 Millionen Dollar und Erlösen von 1,236 Milliarden Dollar gerechnet.

Der Mutterkonzern Fresenius steigerte unterdessen ebenfalls seinen Umsatz und Gewinn. Die Aktien beider Unternehmen drehten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus.

Überschuss trifft Prognosen

Der Überschuss vor Sonderaufwendungen und nach Minderheitsanteilen sei um 38 Prozent auf 75 Millionen Dollar gestiegen, teilte FMC weiter mit. Damit wurde die durchschnittliche Vorhersage der Analysten genau getroffen. Das Ergebnis je Aktie habe ebenfalls um 38 Prozent auf 0,78 Dollar zugelegt. Die operative Marge erhöhte sich derweil auf 14,7 von 14,1 Prozent. Durch die zum 1. Januar eingeführte Bilanzierung gemäß US-GAAP entfallen FMC zufolge in der Bilanz seit Jahresbeginn die Aufwendungen für Goodwill-Abschreibungen.

Ausblick bekräftigt

Trotz der ungünstigen Wechselkursentwicklung und einer zum Teil schwachen Nachfrage halte FMC an seinen Vorhersagen für das Gesamtjahr fest, hob der Dialysemaschinen-Hersteller hervor. Früheren Angaben zufolge erwartet FMC 2002 einen Überschuss von 350 Millionen Dollar. Das organische Umsatzwachstum werde bei rund sechs Prozent liegen.

Zwiespältige Analysten-Meinungen

Während einige Analysten die vorgelegten Zahlen als ordentlich bezeichneten, zeigten sich andere enttäuscht. Positiv zu werten sei beispielsweise, dass die Zahl der Behandlungen gestiegen sei, sagte Klaus Kis von Merck Finck. Dem Unternehmen zufolge nahmen die Dialyse-Behandlungen um acht Prozent auf 3,9 Millionen zu. Die Analystin Meng Si von der Bankgesellschaft Berlin und ihr Kollege Andreas Schmidt sagten dagegen, dass sich FMC für das Gesamtjahr ehrgeizige Ziele gesteckt habe.

Einige der Branchenexperten wiesen zudem darauf hin, dass FMC offenbar seine bisherige konservative Bilanzierunglinie verlasse. So seien beispielsweise trotz der aktuellen Wirtschaftskrise in Argentinien auf dortige Vermögenswerte keine Sonderabschreibungen vorgenommen worden.

FMC-Mutter verbessert Ergebnis ebenfalls

Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten FMC-Mutter Fresenius verbuchte im ersten Quartal einen Anstieg des Überschusses vor Sonderaufwendungen und Anteilen Dritter von 83 Prozent auf 33 Millionen Euro. Das Ebit stieg den Zahlen zufolge um 23 Prozent auf 217 Millionen Euro, während sich der Umsatz um elf Prozent auf 1,854 Milliarden Euro erhöhte. Auch hier sei der Gewinnanstieg durch die veränderten Bilanzierungsregeln beeinflusst worden.

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