Ergebnis verbessert sich um 37 Prozent – Prämien kräftig erhöht
US-Versicherer AIG meldet Gewinnsprung

Der weltgrößte Versicherungskonzern AIG hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal um 37 Prozent gesteigert. Das Unternehmen konnte auf Grund seiner erstklassigen Bonität seine Sachversicherungsprämien kräftig erhöhen und hat mehr Lebensversicherungen verkauft.

hus/Bloomberg NEW YORK. Der AIG-Gewinn verbesserte sich auf 1,8 Mrd. $ oder 68 Cents pro Aktie gegenüber 1,3 Mrd. $ oder 50 Cents im Vorjahres-Zeitraum. Einmalposten ausgenommen, betrug der Gewinn pro Aktie 84 Cents, einen Cent weniger, als Analysten im Schnitt erwartet hatten.

"Im Kerngeschäft der Sachversicherungen und Finanzdienstleistungen haben wir zufriedenstellende Ergebnisse erzielt. Sie wurden durch niedrigere Einkünfte aus unseren Investitionen geschmälert", sagte Vorstandschef Hank Greenberg bei der Vorlage der Zahlen. Nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 haben die meisten US-Versicherer ihre Prämien drastisch erhöht.

Die Prämien-Einnahmen aus Sachversicherungen stiegen bei AIG um 34 % auf die Rekordhöhe von 6,8 Mrd. $. Im Lebensversicherungsbereich verbesserten sich die Einnahmen um 9,8 % auf 13,3 Mrd. $. Der Konzern profitiert von seiner erstklassigen Bonität. Als einziger US-Versicherer mit der Rating-Bestnote "AAA" bewertet, kann er höhere Prämien verlangen als die Konkurrenz. "AIG kann die Prämien überproportional erhöhen. Die Versicherten bevorzugen jetzt Konzerne, die mit Sicherheit noch bestehen, wenn der Schadensfall eintritt", sagte Analyst John Kichula von der Vermögensverwaltung Glenmede Trust Co.

Die glänzenden Zahlen schienen die Anleger zunächst weniger zu beeindrucken. Der Kurs der Aktie ging nach Bekanntgabe der Ergebnisse um mehr als fünf Prozent zurück, erholte sich später aber wieder "Das stete Gewinn-Wachstum macht AIG zu schaffen. Anleger glauben nicht mehr, dass so etwas ohne Zahlenmanipulation zu Stande kommt", sagte Wertpapier-Analyst Michael Paisan von der Vermögensverwaltung Williams Capital. Auch die Gründung von unabhängigen Firmeneinheiten hat offenbar das Misstrauen von Anlegern und Aufsichtsbehörden geschürt. Greenberg versicherte, dass die Gewinn-Zahlen dieser Einheiten "zum überwiegenden Teil in den Bilanzen integriert" seien. Der AIG-Kurs hat seit Jahresanfang rund 35 Prozent nachgegeben. Die Verluste aus Investitionen in den pleite gegangenen Telefonkonzern WorldCom bezifferte AIG auf 356 Mill. $.

Der 77-jährige Greenberg sagte, sein Unternehmen sei offen dafür, die an Mitarbeiter vergebenen Kaufoptionen auf Aktien als Kosten zu verbuchen. Sie würden den Gewinn pro Aktie um fünf Cents verringern.

Quelle: Handelsblatt

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