Ergebnis von deutlich über 50 Prozent erforderlich
ÖTV entscheidet über Verbleib in ver.di

Der ÖTV-Gewerkschaftstag in Leipzig hat am Dienstagmorgen seine Beratungen über einen Verbleib im Fusionsprozess zur Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fortgesetzt.

ap LEIPZIG. Im Lauf des Tages wollen die rund 550 Delegierten darüber abstimmen, ob sie den Weg zu ver.di weitergehen oder aus dem Prozess aussteigen. Es wurde damit gerechnet, dass ein Antrag des Hauptvorstandes zur Fortsetzung der Verschmelzung von einer Mehrheit angenommen würde. Erforderlich aber ist eine Quote von deutlich über 50 Prozent.

Die endgültige Entscheidung über den Beitritt zur neuen Gewerkschaft fällt im März 2001, wenn die ÖTV auf einem weiteren Gewerkschaftstag ihre Selbstauflösung beschließen muss. Dafür ist eine Mehrheit von 80 Prozent erforderlich. Sollte die Zustimmung zu ver.di bei der jetzigen Entscheidung deutlich unter 80 Prozent liegen, ist ein Ausstieg der ÖTV aus dem Projekt möglich.

Der ÖTV-Vorsitzende Herbert Mai hatte am Montag eindringlich für ver.di geworben und eine eindeutige Mehrheit von den Delegierten eingefordert. Zu ver.di wollen sich die ÖTV, die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG), die Deutsche Postgewerkschaft (DPG), die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) und die IG Medien zusammenschließen. Bei den anderen vier Organisationen gilt die Zustimmung der Basis als sicher.

Für Mittwoch sind die Vorstandswahlen vorgesehen. Dabei stellt sich auch Mai zur Wiederwahl. Er ist einziger Kandidat für das Amt des ÖTV-Vorsitzenden. Weitere Themen des bis Freitag dauernden Gewerkschaftstages sind das Bündnis für Arbeit, die Zukunft des Flächentarifvertrages und die Privatisierung in Branchen des öffentlichen Dienstes.

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