Ergebnis zwar besser als erwartet- aber ohne positive Überaschungen
AOL nach Quartalszahlen mit Kurseinbußen

Reuters NEW YORK. Die AOL-Aktie hat am Freitag nach Veröffentlichung der Quartalszahlen und uneinheitlichen Revisionen von Analysten-Prognosen im frühen Wall Street-Handel an Wert verloren. Händler sagten, das AOL-Ergebnis sei zwar besser als erwartet gewesen, habe aber keine positiven Überraschungen beinhaltet. Dies spiegele sich auch in der unterschiedlichen Revisionen der Gewinnprognosen von Analysten wider. Die AOL-Aktie büßte in den ersten Handelsstunden in New York 3-5/8 $ auf 58-1/4 $ ein. Im Vorfeld der nach Handelsende bekannt gegebenen Quartalszahlen hatten AOL am Donnerstag mehr als zwei $ zulegen können.

AOL meldete in der Nacht zum Freitag für sein viertes Geschäftsquartal eine Verdoppelung des Gewinns ohne Einrechnung von Einmaleffekten auf 334 (Vorjahr 155) Mill. $. Pro Aktie ergebe sich ein Gewinn von 13 (6) Cent. Damit lag AOL über den Gewinnschätzungen der Analysten, die nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial bei 11 Cent gelegen hatten. Die Umsatzerlöse hätten um 39 % auf 1,9 (1,4) Mrd. $ zugelegt und damit im Rahmen der Analystenschätzungen gelegen.

Für das gesamte Geschäftsjahr 1999/2000 ergebe sich damit ein Gewinn von 1,0 Mrd. (391 Mill.) $, was je Aktie einem Gewinn von 40 (17) Cent entspreche. Der Konzernumsatz bei AOL habe auf 6,9 (4,8) Mrd. $ zugelegt.

"Im Kontext des Quartals und über das Gesamtjahr hinweg sind das sehr solide Zahlen," sagte Michael Parekh, Analyst bei Goldman Sachs . "Es ist der Abschluss eines Kapitels und die erste Phase des Internets," fügte er hinzu. Das neue Kapitel starte mit AOL-Time Der führende Internetanbieter AOL und der Medien-Konzern Time Warner befinden sich gegenwärtig mitten in der Fusion hin zu einem integrierten Medien- und Internetkonzern. Zuletzt hatten im Juni die Aktionäre beider Unternehmen dem Fusionsvorhaben mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Die Fusion soll nach Aussage der Unternehmen im Herbst abgeschlossen sein.

Unterschiedliche Prognosen

Henry Blodget von Merryll Lynch erhöhte seine Gewinnprognose je Aktie für den Internetkonzern für 2001 auf 58 Cent von zuvor geschätzten 53 Cent. Der Titel könne sich bis in das vierte Quartal 2000 hinein gut entwickeln, hieß es. Bemerkenswert an den Zahlen sei, dass auf Grund deutlich gesunkener Netzkosten die Gewinnmarge bei AOL auf 54 % gestiegen sei.

Demgegenüber äußerte sich Jamie Kiggen, Analyst bei DLJ eher vorsichtig. Er setze seine Gewinnprognose für das Jahr 2001 auf 61 Cent je Aktie von zuvor geschätzten 70 Cent herab. Die betrieblichen Aufwendungen seien unterschätzt worden, hieß es. DLJ bleibt aber bei der Einstufung der AOL-Aktie als "Top Pick" und einem Kursziel von 120 $, dass bis Ende kommenden Jahres zu erreichen sei.

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