Ergebnisrückgang im zweiten Quartal
Qiagen-Ergebnis trifft die Erwartungen

Das niederländische Biotechunternehmen hat im zweiten Quartal angesichts von Ausgabenkürzungen bei den Industriekunden in der US-Pharmabranche weniger verdient als ein Jahr zuvor, lag mit seinen Zahlen aber im Rahmen der Analystenerwartungen.

Reuters VENLO. Der Gewinn je Aktie sei bereinigt um Einmalkosten für den Kauf der GenoVision AS und um ein außerordentliches Finanzergebnis im Vergleichsquartal auf fünf Cent gesunken von sieben Cent im Vorjahreszeitraum, teilte das auch am Frankfurter Neuen Markt gelistete Unternehmen nach US-Börsenschluss mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit diesem Ergebnis gerechnet. Die Schätzungen lagen zwischen vier und sechs Cent. Der Quartalsumsatz stieg dagegen nach Unternehmensangaben um zehn Prozent auf 72,7 Mill. $. Analysten hatten im Schnitt 73,10 Mill. $ erwartet. Das operative Ergebnis sei ohne Berücksichtigung von Einmalkosten für die Übernahme der GenoVision auf 12,2 Mill. $ von 14,8 Mill. $ ein Jahr zuvor gesunken, teilte Qiagen weiter mit. Die Quartalszahlen entsprächen den im Juli mitgeteilten Erwartungen.

Ausgabenkürzungen belasten Quartal

Im Bereich universitärer Forschungseinrichtungen, der die Hälfte des Kundenstamms bei Qiagen ausmache, sei im vergangenen Quartal ein starkes Wachstum zu verzeichnen gewesen, hieß es weiter. "Die Geschäftszahlen von Qiagen für das zweite Quartal litten allerdings unter einem erheblichen Rückgang der Forschungsausgaben in der US-Pharmabranche", erklärte Vorstandschef Metin Colpan. Der Rückgang der Forschungsausgaben in dem Industriezweig traf vor allem die Qiagen-Geschäftsbereiche Instrumente und synthetische DNA. Das Kerngeschäft mit Produkten zur Trennung und Aufreinigung von Nukleinsäuren sei dagegen mit 21 % schneller gewachsen als erwartet, hieß es weiter. Rund 72 % habe es im Quartal zum Umsatz beigetragen.

Einen Ausblick für das Gesamtjahr 2002 legte Qiagen nicht vor. Das Unternehmen hatte bereits Anfang Juli seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich nach unten geschraubt und dies mit einem negativen Trend bei den Forschungsausgaben in der US-Pharmabranche begründet. Demnach erwartet das Unternehmen für 2002 nur noch einen Gewinn je Aktie von 23 bis 25 Cent statt den zuvor in Aussicht gestellten 38 Cent. Qiagen-Chef Colpan hatte von einem temporären Effekt gesprochen, der vielleicht ein bis zwei Quartale anhalten könne.

Qiagen ist spezialisiert auf die Aufreinigung von Nukleinsäuren und Weltmarktführer in diesem Bereich. Nukleinsäuren kommen in jeder lebenden Zelle vor und sind Träger der Erbsubstanz. Für die Analyse von genetischen Funktionen brauchen Forscher Nukleinsäuren in ausreichender Menge und in bestimmter Qualität.

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