Ergebnisrückgang nach neun Monaten
Nivea lässt Beiersdorf in der Flaute gut aussehen

Der Kosmetikhersteller Beiersdorf hat dank seiner Marke "Nivea" in den ersten neun Monaten 2002 den Umsatz trotz Konsumflaute weiter gesteigert. Jedoch ging das operative Ergebnis im Inland bei stagnierenden Erlösen deutlich zurück. An seinen Umsatz- und Gewinnzielen für das Gesamtjahr hielt Beiersdorf allerdings fest.

Reuters HAMBURG. Wie das im MDax gelistete Unternehmen am Dienstag mitteilte, verringerte sich das betriebliche Ergebnis (Ebit) von Januar bis September um zwei Prozent auf 382 Millionen Euro von 390 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ohne Sondereffekte aus dem Verkauf des speziellen Wundversorgungsgeschäfts im vergangenen Jahr stieg der Betriebsgewinn allerdings um 8,6 Prozent. Allerdings war das Ebit in Deutschland auch ohne diesen Sondereffekt um 21,5 Prozent rückläufig. Beiersdorf begründete dies mit höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie der Modernisierung der EDV-Systeme.

Den Umsatz steigerte Beiersdorf weltweit um fast vier Prozent auf 3,608 (Vorjahr 3,477) Milliarden Euro. Während der Umsatz dabei in Deutschland nahezu unverändert war und in Europa ohne Deutschland sogar um knapp elf Prozent zulegte, war er in der Region Amerika rückläufig. Zu dem Umsatzrückgang um fast zehn Prozent hätten die schwierige wirtschaftliche Situation in Südamerika sowie Wechselkurseffekte beigetragen, hieß es. Die Kosmetik-Sparte cosmed mit der Marke "Nivea" legte um 6,4 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu.

Analysten bewerteten die Zahlen positiv. Das Bankhaus M.M. Warburg hob die Rolle der Sparte cosmed als Zugpferd für das Unternehmen hervor. Angeführt von "Nivea" befinde sich Beiersdorf "auf ungebrochenem Wachstumskurs", hieß es.

Christian Deckart von der Commerzbank sagte, in dem derzeit schwachen Marktumfeld steche Beiersdorf positiv hervor. Allerdings stünde an der Börse nicht das operative Geschäft von Beiersdorf im Mittelpunkt, sondern die aktuellen Spekulationen über mögliche Veränderungen im Aktionärskreis.

Großaktionär Allianz wolle seinen Anteil von 43,6 Prozent verkaufen. Dies wäre bei dem sich abzeichnenden Bieterwettstreit zwischen dem US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble und dem französischen Kosmetikkonzern L'Oreal eine ideale Gelegenheit dafür, ergänzte Deckart.

Procter & Gamble hat nach Angaben aus Branchenkreisen auch Kontakt zum zweiten Großaktionär, dem Kaffeeröster Tchibo, aufgenommen, der 30,1 Prozent an Beiersdorf hält. Tchibo will seinen Anteil früheren Angaben zufolge allerdings selbst aufstocken und hat deshalb ebenfalls Kontakt zur Allianz aufgenommen. Deckart meinte jedoch, nach seiner Einschätzung sei es nur eine Frage des Preises, wann Tchibo seinen Beiersdorf-Anteil Anteil verkaufe. Beiersdorf selbst machte keine Aussagen zum Stand der Gespräche. Ein Sprecher sagte: "Darauf haben wir keinen Einfluss. Das entscheiden andere."

Bis zum Jahresende will Beiersdorf seine bereits genannten Umsatz- und Ertragsziele trotz der allgemeinen Konsumschwäche erreichen, teilte das Unternehmen mit. Demnach soll der Umsatz um vier Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zulegen, der Betriebsgewinn soll um sieben Prozent auf 460 Millionen Euro steigen und der Jahresüberschuss auf 275 (262) Millionen Euro. Das entspreche einer Umsatzrendite von knapp sechs Prozent nach 5,8 Prozent ohne den Sonderertrag im Vorjahr.

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