Ergebnisse der Stichwahlen in Frankreich
Frankreichs Linke gewinnt Rathäuser in Paris und Lyon

Erstmals seit 24 Jahren wird ein sozialistischer Bürgermeister ins Rathaus der französischen Hauptstadt Paris einziehen. Landesweit hingegen musste die regierende Linkskoalition herbe Verluste einstecken.

afp PARIS. Der linke Spitzenkandidat Bertrand Delanoë konnte bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen am Sonntag mit der vereinten grünen und sozialistischen Liste 92 von 163 Sitzen im Stadtrat erzielen, wie das Innenministerium angab. Die zerstrittene Rechte eroberte nur 71 Sitze. In Lyon, ebenfalls traditionell von den Konservativen regiert, unterlag die in zwei rechte Listen gespaltene ehemalige Rathausmehrheit. Landesweit mussten die Linksparteien der Regierungskoalition von Premierminister Lionel Jospin jedoch schwere Niederlagen einstecken. In mehreren ihrer traditionellen Hochburgen siegte die rechtsbürgerliche Opposition.

Bei der Stichwahl in Paris profitierte Delanoë, der nach der ersten Runde als Favorit ins Rennen gegangen war, von der Zerstrittenheit im rechten Lager. Das französische Wahlrecht spricht der stärksten Liste immer eine absolute Mehrheit im Gemeinderat zu. In Paris feierten in der Nacht zum Montag mehrere tausend Menschen vor dem Rathaus den Machtwechsel. Der Verlust des Hauptstadt-Rathauses an die Linke gilt als herber Schlag für den neogaullistischen Staatschef Jacques Chirac, der im kommenden Jahr bei der Präsidentschaftswahl kandidieren will und vermutlich gegen Jospin antreten wird.

Im Gegenzug musste die "pluralistische Linke" Jospins landesweit eine schwere Schlappe hinnehmen. In Straßburg verlor die sozialistische Bürgermeisterin Catherine Trautmann. Mehrere mittlere Städte wie Nimes, Aix-en-Provence, Orleans, Blois, Chartres und Rouen, seit Jahren links regiert, haben die Rechten Parteien erobert.

In Toulouse, wo die Linken mit einem Sieg gerechnet hatten, können die Rechtsbürgerlichen erneut ins Rathaus einziehen.

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