Ergebnisse "in line"
Medigene weitet Verluste deutlich aus

Das Biotechnologie-Unternehmen MediGene hat seine Verluste im ersten Halbjahr deutlich ausgeweitet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 4,2 Mill. ? auf 14,1 Mill. ? angestiegen, berichtete die im Auswahlindex Nemax 50 gelistete MediGene AG am Donnerstag in Martinsried bei München.

dpa-afx MARTINSRIED. Während der Umsatz etwas unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen lag, traf das EBIT nach Einschätzung der DG-Bank die Erwartungen des Marktes. "Wir sind in line - sowohl beim Umsatz wie auch beim EBIT und beim operativen Verlust," sagte Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der MediGene AG am Donnerstag. "Nach wie vor haben wir für das Jahr 2004 den Break-Even im Visier."

"Bisherige Umsatzsteigerung mutet auf den ersten Blick nicht sehr hoch an"

"Die bisher erreichte Umsatzsteigerung im ersten Halbjahr von 23 % auf 2,8 Mill. ? sei auf den ersten Blick nicht sehr hoch, erklärte Alexander Burger von der Landesbank Baden-Württemberg im Gespräch mit dpa-AFX. Allerdings sei MediGene, wie andere Biotech-Unternehmen des Neuen Marktes auch, noch sehr stark von Upfront-Payments (Zahlungen, die vor Erbringung einer Leistung fällig werden) und Meilenstein-Zahlungen (Zahlungen, die nach dem Erreichen bestimmter Kooperationsschritte fällig werden) abhängig. Dies bedinge eine starke Asymmetrie des Umsatzaufkommens in den einzelnen Quartalen.

Unsicherheit aus dem Kooperationsvertrag mit Schering weitgehend entfernt

Die Unsicherheit aus dem Kooperationsvertrag mit dem Berliner Pharmakonzern Schering sei durch die am Morgen gemeldeten Änderungen (Verzicht auf Rückzahlungsverpflichtungen, Anpassung von Meilenstein- und Lizenzzahlungen) für das 1994 gegründete Martinsrieder Unternehmen weitgehend beseitigt, sagte Analyst Burger. "Schering hatte sich beim Lizenz- und Kooperationsabkommen über die klinische Entwicklung und Vermarktung eines Virusimpfstoffes zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs das Recht einräumen lassen zu kündigen, wenn klinische Studien nicht erfolgreich sind oder die Gesellschaft von einem Konkurrenten aufgekauft wird", sagte Dirk Schlamp, Analyst bei der Frankfurter DG-Bank. Neben den bereits geleisteten Zahlungen beziffert die DG-Bank die Höhe von Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren und Zahlungen für Forschung und Entwicklung auf bis zu 70 Mill. DM für den gesamten Zeitraum. Nach Aussage des MediGene-Chefs liegen die Meilenstein-Zahlungen im einstelligen Millionenbereich.

Sollte MediGene den Rechtsstreit gegen die Loyola-Universität und das amerikanische Biotech-Unternehmen MedImmune in den USA verlieren, dann hätte Schering zudem das Recht, die Kooperation mit den Münchnern zu kündigen. Momentan führt die Schering AG im Auftrag von MediGene Settlement-Verhandlungen mit der gegnerischen Seite, die unter anderem durch Glaxo Smith Kline vertreten wird. "Es war wichtig für uns, die Risikobelastungen aus dem Vertrag zu nehmen," sagte MediGene-Chef Heinrich im Gespräch. "Wir bemühen uns derzeit um eine außergerichtliche Einigung", sagte er. "Wann mit einer Einigung gerechnet werden kann, ist jedoch nur schwer vorherzusagen."

Die Aktie stieg im bisherigen Tagesverlauf bis auf 12,30 ? und wurde zuletzt mit einem Abschlag von 3,33 % beim bisherigen Jahrestiefstand von 11,60 ? gehandelt.

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