Ergebniszahlen des IT-Dienstleisters unter Plan
Heyde will Beteiligungen auf Rentabilität prüfen

Der IT Heyde AG-Dienstleister hat angesichts unter Plan liegender Ergebniszahlen für das Geschäftsjahr 2000 und zurückgeschraubter Erwartungen für 2001 ein Restrukturierungsprogramm angekündigt. "Wir werden uns die ein oder andere Akquisition sowie sämtliche operative Bereiche genau anschauen", sagte der neue Heyde-Vorstandschef Dirk Wittenborg am Samstag.

Reuters BAD NAUHEIM. Allerdings sei es "zu früh eine Aussage zu treffen", ob Heyde sich von möglichen Beteiligungen trennen werde. Der am Neuen Markt notierte Software-Anbieter hatte wegen der schlechten Marktdynamik im vierten Quartal sowie einer Reihe von Sonderentwicklungen ein deutlich hinter den eigenen Planungen und Analystenerwartungen liegendes Ergebnis für 2000 ausgewiesen. Unternehmensgründer Dieter Heyde trat daraufhin von seinem Amt als Vorstandschef zurück.

Im laufenden Jahr wolle sich Heyde verstärkt der Integration der vergangenen Akquisitionen widmen. Wittenborg schloss nicht aus, dass die in Bad Nauheim ansässige Gesellschaft in den vergangenen Jahren "an einigen Stellen zu schnell akquiriert" habe. "In der Euphorie der Wachstumsphase sind wir vielleicht den ein oder anderen Schritt zu weit gegangen", sagte er. Die Heyde beschäftige nach einer zweijährigen Wachstumsphase inzwischen rund 1800 Mitarbeiter. Weiter sagte Wittenborg, im Rahmen des eingeleiteten Transformationsprogramms würden sämtliche Gesellschaften und operativen Bereiche der Hedye-Gruppe auf ihre Rentabilität hin überprüft. Allerdings sei er mit dem Ergebnisbeitrag "mit der Mehrheit der Beteiligungen im wesentlichen zufrieden."

Die Heyde AG hatte am Samstag nach Börsenschluss für das Jahr 2000 nach vorläufigen Zahlen eine Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr von 85 % auf 341 Mill. DM ausgegeben, bei einem operativen Ergebnis (Ebit) von knapp drei Mill. DM. Im November hatte der damalige Vorstandschef Dieter Hedye in Erwartung eines stark verlaufenden vierten Quartals für das Gesamtjahr 2000 noch einen Umsatz von rund 360 Mill. DM und ein Vorsteuerergebnis von 43 Mill. DM prognostiziert. "Wir können im laufenden Quartal einen gut Teil hochmargiger Lizenzumsätze verzeichnen, die insgesamt das vierte Quartal 2000 zum gewinnstärksten in der Geschichte des Unternehmens machen werden", hatte Heyde damals gesagt. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt für 2000 einen Umsatz von 360 Mill. DM und ein Ebit von 37,7 Mill. DM erwartet.

Gesamte IT-Industrie unter Druck

Die Skepsis über die weitere konjunkturelle Entwicklung in den USA habe die gesamte IT-Industrie im vierten Quartal unter Druck gesetzt, sagte Wittenborg. Viele Unternehmen hätten Entscheidungen über weitere Investitionen in die Informationstechnologie verschoben. Außerdem hätten Sonderentwicklungen wie das Mitarbeiteraktienprogramm das Heyde-Ergebnis belastet.

Auch für das laufende Geschäftsjahr rechne Heyde angesichts des eingeleiteten Transformationsprogramms mit einem hinter den ursprünglichen Planungen liegendem Ergebnis. Ist die Gesellschaft im November noch von einem Umsatz von 470 Mill. DM für 2001 bei einem Vorsteuerergebnis von 49,4 Mill. DM ausgegangen, rechnet Wittenborg nunmehr mit einem Umsatz von 400 Mill. DM sowie einem operativen Ergebnis von zehn Mill. DM. Die Analysten erwarten im Schnitt für 2001 einen Umsatz von 500 Mill. DM und ein Ebit von 54 Mill. DM.

Weitere Akquisitionen möglich

Angesichts der Konzentration auf die Integration der bisherigen Gesellschaften in die Heyde-Gruppe schloss der neue Vorstandschef weitere Akquisitionen nicht völlig aus. "Die Akquisitionstätigkeit wird deutlich zurückgehen", sagte Wittenborg. Allerdings werde sich Hedye den Markt in Europa und Lateinamerika genau anschauen, um dort die Position weiter auszubauen. Auch in den USA wolle der IT-Dienstleister seine Marktstellung festigen.

Die am Neuen Markt im Blue-Chips-Index Nemax-50 notierten Heyde-Aktien ging am Freitag mit einem Verlust von über elf Prozent auf 5,68 Euro aus dem Handel und lagen damit nur leicht über dem im Jahresverlauf erreichten Rekordtief von 5,21 Euro. Im März 2000 hatte die Aktie noch 43,79 Euro gekostet.

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