Ergo-Chef sieht "enormes Potenzial"
Karstadt Ergo-Team soll bald profitabel sein

Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern und Deutschlands Karstadt-Quelle zweitgrößter Erstversicherer Ergo erwarten aus der am Vortag besiegelten Partnerschaft im Finanzdienstleistungsbereich in zwei Jahren Gewinne.

Reuters NEUSS. "Das Gemeinschaftsunternehmen wird nach zwei Jahren einen positiven Ergebnisbeitrag liefern", sagte der für Neue Medien und Services zuständige Karstadt-Quelle-Vorstand Peter Gerard am Donnerstag in Neuss. Für 2006 stellte der Karstadt-Vorstand einen Überschuss von rund 60 Mill. ? sowie Nettozins- und Provisionseinkünfte von 240 Mill. ? in Aussicht.

Am Mittwoch hatten der Händler und der Versicherer ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, an dem die Münchener Rück-Tochter Ergo und Karstadt zu jeweils 50 % beteiligt sind. Ergo hatte von Karstadt-Quelle-Großaktionär Schickedanz die Quelle-Versicherung übernommen und zu 45 % in das neue Unternehmen eingebracht. Zum Kaufpreis hätten die Partner Stillschweigen vereinbart, sagte Ergo-Chef Lothar Meyer. Es seien aber deutlich weniger als die in der "Financial Times" genannten 250 Mill. ?.

"Mit Ergo haben wir den optimalen Partner für das Finanzdienstleistungsgeschäft gefunden", sagte Karstadt-Quelle-Chef Wolfgang Urban. Erste Pläne für das Finanzgeschäft hatte Urban vor einem Jahr vorgestellt. Ergo-Chef Meyer sagte, der Zugang zu 19 Millionen Karstadt-Kunden sei ein "enormes Potenzial". Ergo erhalte mit der im Zuge des Gemeinschaftsunternehmens vereinbarten Übernahme der Quelle Direktversicherung Zugang zu einem neuen Vertriebsweg.

Die Quelle Versicherung ist den Angaben zufolge nach der Zahl der Kunden die größte Direktversicherung in Deutschland und nach Beitragseinnahmen von 550 Mill. ? die Nummer Drei in diesem Markt. Zudem eröffnet sich für die Ergo nun die Möglichkeit, Policen für "Riester-Renten" für die 110 000 Mitarbeiter des Handelskonzerns abzuschließen.

Die mit einem Eigenkapital von 150 bis 200 Mill. ausgestattete Karstadt-Quelle Financial Services GmbH (KQFS) werde im zweiten Quartal ihre Arbeit aufnehmen und soll eine breite Palette von Finanzdienstleistungen anbieten. Noch in diesem Jahr sei die Umwandlung der KQFS in eine AG geplant, sagte Karstadt-Vorstand Gerard. Ab Mai oder Juni werde KQFS nach Angaben von Gerard eine Kreditkarte herausgeben. Kooperationspartner sei Mastercard.

Kunden, die künftig bei Karstadt eine Versicherung abschließen, werden am Bonusprogramm des Warenhauskonzerns beteiligt, sagte Gerard weiter. Anfang Januar hatten Karstadt-Quelle und die Deutsche Telekom ihre Bonusprogramme zusammengelegt. Von April können Karstadt-Kundenkartenbesitzer beim Telefonieren über das Telekom-Netz sowie beim Einkauf im Warenhaus, im Versand und Online Bonuspunkte sammeln und gegen Prämien einkaufen. Ergo-Vorstand Michael Rosenberg sagte, "es liegt nahe, das wir uns dem Programm anschließen".

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