Ergo fällt am 30. Juli aus dem MDax
Münchener Rück bindet Ergo stärker an sich

Mit einer Mehrheit von über 90 % hat die Münchener Rück ihre Erstversicherungs-Tochter Ergo stärker an sich gebunden und nimmt nun das Rennen um den Markt für Finanzdienstleistungen auf.

rtr MÜNCHEN. Mit einer Mehrheit von über 90 % hat die Münchener Rück ihre Erstversicherungs-Tochter Ergo stärker an sich gebunden und nimmt nun das Rennen um den Markt für Finanzdienstleistungen auf. Die freien Aktionäre von Ergo hätten nach dem vorläufigen Ergebnis der Umtauschaktion über 29 % des Grundkapitals zum Umtausch in Aktien der Münchener Rück eingereicht, teilte der weltgrößte Rückversicherer am Freitag in München mit. Die Münchener Rück hat damit nach eigenen Angaben ihre Ergo-Beteiligung auf 90,1 von 62,9 % aufgestockt. Ergo fällt damit Ende des Monats aus dem MDax und wird dort durch Koenig & Bauer ersetzt.

Nur noch 4,9 % von Ergo sind künftig im Streubesitz, die restlichen fünf Prozent hält die HypoVereinsbank, die zum exklusiven Vertriebspartner für die Ergo-Unternehmen Victoria, Hamburg-Mannheimer, DKV und DAS wird. "Die Münchener Rück-Gruppe profitiert nun verstärkt von der Prämien- und der Ertragsentwicklung der Ergo", sagte Vorstandschef Hans-Jürgen Schinzler. Das Umtauschangebot war am Donnerstag abgelaufen. Die umtauschwilligen Aktionäre der bisher im Nebenwerte-Index MDax notierten Ergo erhalten für je zwei ihrer Papiere am 30. Juli eine Münchener-Rück-Aktie und 18 ? in bar.

Das Angebot der Rückversicherung lag damit nach dem Kurs vom Freitag bei rund 176,50 ? je Ergo-Aktie, die 1,2 % auf 167,71 ? abgab. "Ein weiteres Angebot kann ich ausschließen", sagte ein Sprecher der Münchener Rück.

Lukrative Märkte sollen erschlossen werden

Zusammen mit Ergo und der HypoVereinsbank will die Münchener Rück den als lukrativ erachteten Markt für Renten-Produkte und Vermögensanlage erschließen. "Unser nächster Schritt ist es, die Potenziale aus der strategischen Kooperation mit der HVB Group in den Geschäftsfeldern Rückversicherung, Erstversicherung und Finanzdienstleistungen komplett zu erschließen", so Schinzler. Im Gegensatz zu Allianz und Dresdner Bank hat sich die Münchener Rück nur für eine Kapitalverflechtung mit der zweitgrößten Bank Deutschlands entschieden. Die Rück stockt den Anteil an der HVB auf 25,7 von 5,4 % auf. Eine Fusion wäre komplexer und riskanter gewesen, sagte Schinzler zuletzt.

Den Bareffekt aus der Bereinigung des Portfolios bezifferte die Münchener Rück auf 700 Mill. ?, die Realisierung der stillen Reserven werde den Jahresüberschuss im nächsten Jahr um über vier Mrd. ? aufblähen.

Das endgültige Ergebnis der Umtauschaktion soll bis zum 26. Juli vorliegen. Hält die Münchener Rück an diesem Zeitplan fest, fällt Ergo am Abend des 30. Juli aus dem MDax, wie die Deutsche Börse bereits Ende Juni festgelegt hatte. Neu im MDax sind dann die Aktien des Würzburger Druckmaschinenbauers Koenig & Bauer (KBA). In den Kleinwerte-Index SDax rückt dann für KBA die CEAG aus Bad Homburg nach, die vor allem Ladegeräte für Mobiltelefone herstellt. Bereits Anfang der nächsten Woche werden die Änderungen in den Börsenindizes wirksam, die aus der Herausnahme der Dresdner Bank folgen. In den Dax rückt am Montag der Finanzdienstleister MLP nach, in den MDax kommt dafür die Stada Arzneimittel AG, die im SDax wiederum von Medisana ersetzt wird.

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