Ergo-Tochter setzt in Lebensversicherung auf zweites Halbjahr
Hamburg-Mannheimer enttäuscht von Riester-Rente

Die Kritik der Verbraucherschützer und widersprüchliche Signale aus der Politik zeigen Wirkung: Der Absatz der "Riester-Rente" ist nach guten Anfangserfolgen ins Stocken geraten, muss die Hamburg-Mannheimer Versicherung einräumen. Die Hoffnung liegt jetzt auf dem zweiten Halbjahr.

beu HAMBURG. Die Hamburg Mannheimer hat Probleme, ihre Ziele in diesem Jahr zu erreichen. 630 Mill. Euro Neugeschäft in der Lebensversicherung, 14,1 Prozent mehr als im guten Jahr 2001, haben die Hamburg-Mannheimer Versicherungsgesellschaften (HM), Hamburg, im laufenden Jahr eingeplant. Doch selbst Vorstandsvorsitzender Götz Wricke kann derzeit nicht sagen, dass das Ziel erreicht wird.

Der Grund: Der Absatz der bei HM "Kaiser-Rente" genannten "Riester-Rente" zur Altersversorgung schwächelt. Die Kritik von Verbraucherschützern und Widersprüchlichkeiten in der Politik wirken sich aus.

Im Jahr 2001 ging der Verkauf der Riester-Produkte noch etwas leichter, räumt Wricke ein. 140 000 Rentenverträge, dies entspricht einem Marktanteil von knapp zehn Prozent, wurden innerhalb von fünf Monaten abgeschlossen, aber auch dies seien bei weitem nicht so viele Verträge wie erwartet, sagt Wricke. Zum Vergleich: Der Marktführer Allianz schloss im vergangenen Jahr rund 300 000 Riester-Verträge ab und kam damit auf einen Marktanteil von etwa 21 Prozent.

Den mit 36 Prozent hohen Anteil der fondsgebundenen Variante der "Kaiser-Rente" erklärt Wricke damit, dass die Strukturvertriebe diese Variante besonders an jüngere Kunden verkaufen konnten, wo die Laufzeiten zwischen 26 und 30 Jahren liegen.

Wenn Wricke gleichwohl noch Chancen sieht, das Neugeschäftsziel zu erreichen, dann liegt das daran, dass die Hamburg Mannheimer, die zur Ergo-Gruppe gehört, nach dem Auslaufen der Vertriebskooperation mit der Dresdner Bank zum 30. Juni 2001 künftig 40 Prozent der von der Hypovereinsbank akquirierten Lebensversicherungen erhält. 60 Prozent gehen an die Victoria-Versicherung.

Zum anderen setzt die HM auch auf die betriebliche Altersversorgung. So will die Hamburg Mannheimer nach Wrickes Worten neben der Direktversicherung bei allen möglichen Formen der Betrieblichen Altersversorgung eine "maßgebliche Rolle" spielen. Neben den traditionellen Kunden, den kleinen und mittleren Unternehmen, bearbeitet eine neue Arbeitsgruppe jetzt Großunternehmen und Verbände. Ein erster Erfolg konnte bei der Deutschen Telekom im Privatkundenbereich erzielt werden.

Das Jahr 2001 ist für die Gruppe nach Wrickes Einschätzung zufriedenstellend verlaufen. Insbesondere die Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG, der zweitgrößte deutsche Lebensversicherer, hat mit einem Plus der Neugeschäftsbeiträge um 12,8 Prozent (Marktwachstum 9,5 Prozent) auf 552 Mill. Euro deutlich zugelegt. Dabei kletterten die laufenden Beiträge um 18,7 Prozent auf 300 Mill. Euro, die Einmalbeiträge um 6,6 Prozent auf 252 Mill. Euro. Der Trend von der kapitalbildenden Lebensversicherung hin zur privaten Rentenversicherung, zur Fondsgebundenen Lebensversicherung sowie zur Risikoversicherung hielt auch 2001 an. Insgesamt wurden 3,32 Mrd. Euro (+2,1 Prozent) Beiträge eingenommen. Die Stornoquote sank von 6,4 auf 6,2 Prozent.

Die Kapitalanlagen wuchsen um fünf Prozent auf 31,4 Mr.d Euro. Bei 2,06 (2,29) Mrd. Euro Nettoerträgen glitt die Nettoverzinsung auf 6,7 (7,9) Prozent ab. In diesem Jahr rechnet Wricke bei Nettoerträgen auf Vorjahreshöhe mit einem weiteren Absinken der Nettoverzinsung auf 6,6 Prozent.

Die Hamburg-Mannheimer Sachversicherungs-AG erhöhte ihre Beiträge im Neugeschäft um 6,3 Prozent auf 163 Mill. Euro. Die gesamten Beitragseinnahmen lagen mit 755,7 Mill. Euro um 2,4 Prozent über Vorjahr. Die Schadenquote wurde auf 64,0 (66,5) Prozent verringert. Vor allem auf Grund von Gewinnrealisierungen hat die Sach ihre 1,1 Mrd. Euro Kapitalanlagen mit 13,6 (7,7) Prozent verzinst.

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