Erhard-Büste im Wirtschaftsministerium: „Hier wird es ihm gefallen“

Erhard-Büste im Wirtschaftsministerium
„Hier wird es ihm gefallen“

Ludwig Erhard kehrt zurück ins Wirtschaftsministerium. Eine schlichte Büste des ersten bundesdeutschen Wirtschaftsministers, geschaffen 1973 vom Aachener Künstler Wolfgang Fritz, ziert nun das Haus. Zur Feierstunde kamen viele seiner Amtsnachfolger.

BERLIN. Sie sind Vorstandsvorsitzende bedeutender Konzerne, standen an der Spitze namhafter Banken, waren Manager großer Medienunternehmen oder berieten internationale Telefonkonzerne - mancher Bundeswirtschaftsminister hat nach seinem Ausscheiden aus dem Amt nochmal richtig Karriere gemacht. Doch vor Ludwig Erhard sind sie alle gleich. Zum Vater der Sozialen Marktwirtschaft schauen sie auf - voller Anerkennung und Respekt.

Und mag sein Geist auch stets durch die Hallen, Flure, Büros und Besprechungsräume des Bundeswirtschaftsministeriums geweht sein - eine sichtbare Reminiszenz an den Vater der sozialen Marktwirtschaft fehlte bislang. Seit gestern ist das anders. Eine schlichte Büste des ersten bundesdeutschen Wirtschaftsministers, bereits 1973 vom Aachener Künstler Wolfgang Fritz geschaffen, ziert das Haus. Es ist der Erhard, den wir kennen. Nur ohne Zigarre. Gütig blickend, irgendwie großväterlich wirkend.

Sachkenntnis, Glaubwürdigkeit, Aufrichtigkeit, Mut - das sind die Eigenschaften, mit denen Erhard von denjenigen charakterisiert wird, die ihn aus nächster Nähe erlebt haben. Als "Zeichen der Anerkennung und der Motivation" (Bundeswirtschaftsminister Michael Glos) steht die Büste künftig im Eingangsbereich des Ministeriums. Den offiziellen Anlass dafür bot der 110. Geburtstag Erhards.

War es nicht längst überfällig, an Erhard zu erinnern? Ja, es war überfällig, da sind sich alle ehemaligen Bundeswirtschaftsminister, die zur kleinen Feierstunde gekommen sind, einig - und zwar parteiübergreifend, versteht sich. Es sind Hans Friderichs (FDP, Wirtschaftsminister von 1972 bis 1977), Manfred Lahnstein (SPD, 1982 für einige Monate im Amt), Martin Bangemann (FDP, 1984 bis 1988), Helmut Haussmann (FDP, 1988 bis 1990) und der parteilose Werner Müller, von 1998 bis 2002 an der Spitze des Hauses. Otto Graf Lambsdorff (FDP), der auf zwei Amtszeiten zurückblicken kann (1977 bis 1982 und 1982 bis 1984) und Wolfgang Clement (SPD, 2002 bis 2005) hätten ohne Frage beigepflichtet, waren aber verhindert. Und dann ist da noch jemand zur Feierstunde gekommen, der zwar nie Wirtschaftsminister war, den gebürtigen Fürther Ludwig Erhard aber noch im Amt erlebt hat: Hans Tietmeyer.

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