Erhebliche Behinderungen
Proteste in Frankreich verzögern deutschen Atomtransport

Proteste französischer Atomkraftgegner haben den bislang größten Transport abgebrannter Brennelemente aus Deutschland erheblich verzögert. Drei für die Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield in England bestimmte Container erreichten am Donnerstag den Hafen von Dünkirchen mit mehr als drei Stunden Verspätung.

ap PARIS. Mehrere Protestaktionen verhinderten auch, dass der Zug mit neun Containern für La Hague in der Normandie sein Ziel pünktlich erreichte.

Am späten Mittwochabend gelang es mehreren Atomkraftgegnern, sich im elsässischen Bischeim bei Straßburg an die Gleise zu ketten. Sie wurden von der Bereitschaftspolizei CRS weggetragen. Fast eine halbe Stunde dauerte es nach Angaben von Umweltschützern, bis der im pfälzischen Wörth zusammengestelle Atomzug seinen Weg fortsetzen konnte. Kleinere Aktionen gab es in Nancy, Bar-le-Duc und Reims, bevor der Zug in Longeau geteilt wurde.

Drei Container rollten anschließend weiter Richtung Dünkirchen. Wie ein Sprecher des französischen Netzwerks für den Atomausstieg berichtete, wurde der Zug im Großraum Lille für zwei Stunden gestoppt: Aktivisten entfernten bei einem voranfahrenden Güterzug die Bremsen und sorgten so für teils erhebliche Behinderungen im gesamten Bahnverkehr der Region.

Aktivisten legen Schwellen auf die Schienen

Um 11.40 Uhr erreichte der Transport schließlich den Hafen von Dünkirchen, wo die Brennelemente auf ein Spezialschiff umgeladen wurden. Die "European Shearwater" sollte am Abend in Richtung des nordwestenglischen Hafens Barrow-in-Furness auslaufen, wie ein Sprecher der britischen Atomfirma BNFL in Paris berichtete.

Der längere Zugteil setzte seine Fahrt zum Verladebahnhof Valognes in der Normandie fort, wo er am frühen Nachmittag erwartet wurde. Bei Caen habe der Transport eine Verspätung von mehr als zwei Stunden gehabt, erklärte der Sprecher des Netzwerks für den Atomausstieg. In Darnetal bei Rouen legten Aktivisten Schwellen auf die Schienen. Die Hindernisse wurden jedoch vor dem Atomzug abgeräumt.

Die Behälter stammen aus den süddeutschen Kernkraftwerken Neckarwestheim und Philippsburg, aus Brunsbüttel und Stade in Norddeutschland und Mülheim-Kärlich bei Koblenz. Die Behälter aus Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Stade in Niedersachsen waren in Maschen bei Hamburg zusammengekoppelt worden. Der Transport passierte am Mittwochabend um 19.11 Uhr die Grenze bei Lauterburg im Elsass.

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