"Erhebliche Einbußen"
RTL rechnet durch Verzicht auf Werbung mit Einbußen

Durch die werbefreie Berichterstattung über die Terroranschläge in den USA rechnet der deutsche Privatsender RTL mit Einnahmeverlusten in Millionenhöhe. "Das, was wir in den vergangenen Tagen an Werbung verloren haben, ist nicht wieder aufzuholen", sagte RTL-Sprecherin Ingrid Haas am Freitag. Es gehe um "erhebliche Millionenbeträge".

Reuters HAMBURG. Bei den großen US-Sendern wird von Analysten geschätzt, dass sie durch den Verzicht auf Werbung zusammen täglich rund 40 Mill. $ verlieren. Die Sender berichteten fast pausenlos und werbefrei über die verheerenden Anschläge in New York und Washington.

RTL-Sprecherin Haas sagte weiter, den Werbekunden werde zwar angeboten, ihre in den vergangenen Tagen nicht gesendeten Werbespots später zu bringen. Da die Werbezeit pro Tag und auch pro Stunde aber per Gesetz begrenzt sei, müsse insgesamt mit Einbußen gerechnet werden. Konkrete Zahlen nannte Haas nicht. Sie wies jedoch darauf hin, dass die Schaltung eines Werbespots in der Hauptfernsehzeit rund 100 000 DM kosten kann. "Man kann sich aber gar nicht anders entscheiden", sagte Haas. "Alles andere wäre unseriös und auch unsensibel."

Wie andere Fernsehsender hatte auch RTL am Dienstag nach den Anschlägen in den USA und auch am Mittwoch praktisch ununterbrochen Sondersendungen gezeigt und auf Werbung verzichtet. Am Donnerstag und Freitag wurde durch das Senden von Sonderberichten und verlängerten Nachrichten das Werbevolumen nochmals reduziert. RTL gehört zu der von Bertelsmann kontrollierten RTL Group, die am Mittwoch ihre Halbjahreszahlen vorlegen will. Analysten rechnen damit, dass der Konzern durch den Einbruch der Werbemärkte einen Gewinnrückgang im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres verzeichnet hat.

Bei der mit RTL konkurrierenden Sendergruppe ProSiebenSat.1 Media der Kirch-Gruppe standen die Folgen der werbefreien Berichterstattung am Freitag noch nicht fest. "Das ist im Detail noch nicht geklärt", sagte Unternehmenssprecher Torsten Rossmann. Generell werde aber nicht mit Verlusten gerechnet, weil die bereits gebuchte Werbung auf andere Tage umgelenkt werde. ProSieben, Sat.1 und Kabel1 hatten am Dienstag für die aktuelle Berichterstattung überwiegend auf die Sendungen den ebenfalls zur Gruppe gehörenden Nachrichtenkanal N24 zurückgegriffen.

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