Erhebliche Unterschiede möglich
Lebensversicherer erwarten nur fünf Prozent Gewinnbeteiligung

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erwartet bei den Lebensversicherungen 2003 nur noch eine Überschussbeteiligung von durchschnittlich etwa fünf Prozent.

HB/dpa BERLIN. Dabei werde es zwischen den einzelnen Versicherern "erhebliche Unterschiede" geben, sagte Verbandspräsident Bernd Michaels am Mittwoch in einem dpa-Gespräch. Der Branchenführer Allianz Leben hatte kurz zuvor eine Senkung der Gewinnbeteiligung von 6,8 auf 5,3 Prozent bekannt gegeben.

Mit diesem Wert werde sich die Allianz "im oberen Teil der durchschnittlichen Verzinsungen" bewegen, sagte Michaels. Nach etwa sechs Prozent in diesem Jahr werde insgesamt ein Rückgang um etwa einen Prozentpunkt erwartet. "Die Unterschiede werden so groß sein wie noch nie." Der Gesamtverband geht davon aus, dass neben der Mannheimer auch mehrere andere Versicherer nur den gesetzlichen garantierten Mindestzins von 3,25 Prozent zahlen werden. Zu einzelnen Unternehmen äußerte sich Michaels nicht. Die meisten Versicherer wollen ihre Zahlen erst im Dezember bekannt geben.

Insgesamt sind in Deutschland knapp 120 verschiedene Lebensversicherer tätig. Nach Verbandsangaben gibt es rund 70 Millionen Verträge für kapitalgedeckte Lebens- und Rentenversicherungen. Hintergrund der geringeren Überschussbeteiligung sind die gewaltigen Kursverluste an den Aktienbörsen und die niedrigeren Zinsen an den Rentenmärkten, die auch den Versicherungen Probleme bereiten. Mit Blick auf die Gewinnbeteiligung der kommenden Jahre sagte Michaels: "Ich kann mir eine Erholung des Aktienmarktes nur langsam vorstellen."

Trotz der aktuellen Probleme betonte der Verbandspräsident jedoch erneut, dass die Lebensversicherungen sicher seien. Für Notfälle hat die Versicherungswirtschaft auf Drängen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) eine Auffanggesellschaft gegründet, die einen zahlungsunfähigen Versicherer übernehmen könnte.

Zugleich wies Michaels Vorwürfe von Verbraucherschützern zurück, dass viele Versicherungsvertreter beim Abschluss von Lebensversicherungen falsche Rendite-Hoffnungen gemacht hätten. Allerdings habe es gewiss "schwarze Schafe" gegeben, die den Unterschied zwischen garantiertem Mindestzins und Überschussbeteiligung nicht deutlich gemacht hätten.

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