Erhöhte Dividende für 2001
Schering erfreut die Aktionäre

Eine kräftige Umsatzsteigerung in den USA hat den Berliner Pharmakonzern Schering nach Darstellung von Vorstandschef Hubertus Erlen im ersten Quartal auf einem "sehr erfreulichen Wachstumspfad" gehalten.

rtr BERLIN. Angesichts dessen bestätigte Erlen am Freitag auf der Hauptversammlung in Berlin frühere Konzernprognosen, dass der Umsatz im Gesamtjahr 2002 um einen hohen einstelligen Prozentsatz und der Konzerngewinn gar um einer zweistellige Rate steigern werde.

Aufsichtsratschef Giuseppe Vita kündigte an, der Leiter des Schering-Fachbereichs Finanzen, der 43-jährige Jörg Spiekerkötter, werde mit der Hauptversammlung 2003 den dann in den Ruhestand tretenden Konzern-Finanzchef Klaus Pohle in dieser Funktion ablösen. Aktionärssprecher, die die Entwicklung von Schering positiv bewerteten, begrüßten das als Ausdruck der Kontinuität bei Schering. Die Anregung eines Aktionärssprechers, Schering solle aus dem erwarteten Verkaufserlös für seine Beteiligung an Aventis CropScience von 1,5 Mrd. ? im kommenden Jahr eine Zusatzdividende an die Aktionäre zahlen, wies Pohle indes mit den Worten zurück: "Keine Zusatzdividende im kommenden Jahr".

Schering behält ehrgeizige Ziele bei

Zielsetzung bei Schering bleibe, das hohe Wachstumstempo beizubehalten, auch mit Hilfe von Zukäufen. Im ersten Quartal sei der Zuwachs im US-Umsatz "hervorragend" ausgefallen. Das Plus im größten Markt, Europa, nannte Erlen "solide", nur die Entwicklung in Japan sei wenig günstig. Für das Gesamtjahr 2002 bestätigte das Unternehmen seine bisherigen Prognosen, wobei dies einen "Gegenwind" durch Währungsbeeinträchtigungen beim Yen und dem argentinischen Peso einbeziehe. Auf dem strategisch wichtigen US-Markt wolle Schering den Umsatz bis 2005 auf über 2 Mrd. ? verdoppeln, sagte Erlen. Gelängen angestrebte Zukäufe am US-Markt, dann sollte der Umsatzzuwachs dort noch höher liegen. Jedenfalls komme Schering in den USA besser voran als man es ursprünglich erwartet habe.

Zur Sicherung seines Wachstums sei Schering "zurzeit sehr aktiv auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten für Akquisitionen", sagte Erlen. Man prüfe Entwicklungsprojekte im Bereich der Biotechnologie, aber auch existierende Geschäfte im Bereich Dermatologie und Therapeutika. Der finanzielle Spielraum für Zukäufe sei bei Schering durch den erwarteten Erlös aus dem Verkauf der Finanzbeteiligung Aventis CropScience stark gewachsen. Pohle ergänzte, er erwarte die erforderlichen kartellrechtlichen Zustimmungen zu dieser Transaktion in den nächsten Wochen, so dass sie im Mai abgeschlossen und das Geld dann geflossen sein dürfte. Aus dem Erlös eine Zusatzdividende für die Aktionäre zu zahlen, halte er aber nicht für richtig.

Hohe Erwartungen an Yasmin und weiterhin an Betaferon

Besondere Erwartungen als Wachstumsträger der Zukunft verbindet Schering nach den Worten von Erlen mit dem noch relativ neuen Empfängnisverhütungsmittel Yasmin, für das man ein Umsatzpotenzial von über 300 Mill. ? im Jahr erwarte. Hinzu kämen weitere neue Medikamente. "Insgesamt erwarten wir, dass unsere im vergangenen Jahr neu zugelassenen Produkte in den nächsten Jahren noch stärker zum Wachstum beitragen werden", sagte Erlen. Aber auch das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon, das weitaus umsatzstärkste Produkt des Konzerns mit zuletzt gut 680 Mill. ? Jahresumsatz, solle stark bleiben. Vorstandsmitglied Lutz Lignau sprach von einem erneut zweistelligen Wachstumplus für Betaferon im laufenden Jahr, trotz stärkerer Konkurrenz gerade in den USA.

Die Grundlagen für ein auch mittelfristig starkes Wachstum von Schering sind nach Erlens Worten gut. Das gelte zum Beispiel für den Bereich Empfängniskontrolle & Hormontherapie, wo man die Position in den USA ausbauen wolle und ab 2005 weitere Impulse durch Produkte für die Therapie von geschlechtsspezifischen Erkrankungen erwarte. Auch Hormon-Produkte für den Mann seien künftig ein wichtiges Feld. Bei der Behandlung von Erkrankungen des Zentralnervensystems und in der Onkologie wolle man bis 2007 von derzeit knapp 1,5 Mrd. ? Umsatz auf über 2 Mrd. ? wachsen.

Spiekerkötter wird Pohle-Nachfolger

Zu Beginn der Hauptversammlung teilte Aufsichtsratschef Vita die Bestellung vom derzeitigen Finanzbereichsleiter Jörg Spiekerkötter zum stellvertretenden Mitglied des Vorstands mit Zuständigkeit für den Bereich Personal mit. Ab April 2003 solle Spiekerkötter dann auch die Funktion des Konzern-Finanzchefs von Pohle übernehmen, der dann in den Ruhestand tritt. Zudem stellte Erlen ein neues weltweit einheitliches Firmen-Logo für Schering vor, das den in grün gehaltenen Firmennamen mit einem blauem Bildsymbol, einem Netz und dem Zusatz "making medicine work" verbindet.

Der Schering-Konzern war 2001 nach Angaben von Erlen bereinigt um Wechselkurseffekte zehn Prozent beim Umsatz gewachsen, der 4,84 Mrd. ? erreichte. Der Konzerngewinn stieg um 24 Prozent auf 418 Mill. ? Angesichts des deutlichen Gewinnzuwachses erhöhte Schering die Dividende für das Jahr 2001 um 24 Prozent auf 0,83 ? je Aktie. Die Anteilsscheine notierten bis zum Nachmittag rund 0,drei Prozent im Plus bei gut 66 ?.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%