Erhöhtes Brustkrebs-Risiko: Hormontherapie wird eingeschränkt

Erhöhtes Brustkrebs-Risiko
Hormontherapie wird eingeschränkt

Angesichts neuer Daten zum Krebs- und Herzinfarktrisiko möchte das zuständige Bundesinstitut die Hormonersatztherapie einschränken. Bei Wechseljahr-Symptomen soll eine solche Behandlung künftig nur noch erfolgen, wenn die Beschwerden ausgeprägt sind.

HB/dpa BONN. Zudem sollte die Dauer der Behandlung so kurz wie möglich sein. Das kündigte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Freitag in Bonn an. Auch die Beipackzettel dieser Mittel müsse künftig stärker vor den Gefahren warnen. Vor einer endgültigen Entscheidung der Zulassungsänderung möchte das Institut jedoch noch die Hersteller hören.

Die Anwendung solcher Mittel sei, abhängig von der Behandlungsdauer, mit einem signifikant erhöhten Risiko für das Auftreten von Brustkrebs verbunden. Komplikationen im Blutgefäßsystem wie venöse Thrombose, Herzinfarkt und Schlaganfall träten zum Teil schon nach einem Behandlungs-Jahr vermehrt auf. Zur Vorbeugung vor Osteoporose scheine auf Grundlage des heutigen Standes der wissenschaftlichen Erkenntnis das Nutzen-Risiko-Verhältnis ungünstig zu sein, so dass nach Auffassung des Instituts dieses Anwendungsgebiet voraussichtlich nicht aufrechterhalten werden könne.

Das BfArM stützt sich mit der Neubewertung auf mehrere Untersuchungen, darunter die "Women's Health Initiative"-Studie (Frauen-Gesundheits-Initiative/WHI), die 2002 veröffentlicht wurde. Aus Sorge um das Gesundheitsrisiko für die Teilnehmerinnen war die Hormonstudie mit 16 000 älteren Frauen in den USA frühzeitig abgebrochen worden. Untersucht wurde ein Kombi-Präparat das ein Östrogen und ein Gestagen enthält.

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