Erhöhung der britischen Entwicklungshilfe geplant
Namibias Präsident greift Blair scharf an

Namibias Präsident Sam Nujoma hat den britischen Premierminister Tony Blair am Montag auf dem Weltgipfel in Johannesburg scharf angegriffen.

HB JOHANNESBURG. Er gab Simbabwes früherer Kolonialmacht Großbritannien moralische Mitschuld an der Krise in dem afrikanischen Land und hielt Blair vor, sich für Sanktionen eingesetzt zu haben. Diese müssten unverzüglich aufgehoben werden. Während vor dem Konferenzgelände Oppositionelle gegen Simbabwes Präsident Robert Mugabe demonstrierten, betonte Nujoma: "Wir, das afrikanische Volk, haben mehr gelitten als jeder andere auf der Welt. Kommen Sie nicht hierher, um uns zu erzählen, dass die Dinge nicht in Ordnung sind."

Mit Blick auf die vertriebenen weißen Siedler in Simbabwe meinte der namibische Präsident, der selbst gerade erst weißen Farmern in seinem Land eine Enteignung angedroht hat: "Das Land wurde von mehr als 100 000 britischen Kolonialisten kolonialisiert". Blair ging in seiner Rede auf die Attacke Nujomas nicht ein, sondern betonte die Absicht seines Landes, die britische Entwicklungshilfe allein für Afrika bis 2006 auf eine Milliarde Pfund hoch zu schrauben. "Afrika ist für uns eine Priorität, und für mich eine Leidenschaft", sagte Blair.

Die Menschenrechts-Organisation Amnesty International warf der Regierung Mugabe in Johannesburg vor, ihren Druck auf Andersdenkende in Hilfsorganisationen, Medien oder Justiz spürbar zu verschärfen. Am Vortag hatte der simbabwische Farmer-Verband am Rande des Weltgipfels erklärt, die von der Regierung konfiszierten Farmen seien überwiegend an Mugabes Günstlinge vergeben worden. So habe neben den Ministern Jonathan Moyo (Information) und Patrick Chinamasa (Justiz) sowie hochrangigen Partei- und Behördenvertretern auch Mugabes Ehefrau Grace davon profitiert.

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