Erhöhung der Netzauslastung
E-Plus schließt Roaming-Abkommen mit 3G

Der drittgrößte deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus und das noch nicht auf dem deutschen Markt aktive Konsortium Group 3G von Telefonica und Sonera haben nach Abgaben aus Branchenkreisen ein Abkommen über die gemeinsame Nutzung des deutschen GSM-Mobilfunknetzes von E-Plus geschlossen.

rtr FRANKFURT. Der drittgrößte deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus und das noch nicht auf dem deutschen Markt aktive Konsortium Group 3G von Telefonica und Sonera haben nach Abgaben aus Branchenkreisen ein Abkommen über die gemeinsame Nutzung des deutschen GSM-Mobilfunknetzes von E-Plus geschlossen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag aus Branchenkreisen erfuhr, konnte E-Plus damit binnen weniger Tage das zweite so genannte Roaming-Abkommen abschließen und wird damit exklusiver Partner der beiden Neueineinsteiger auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Bei den beteiligten Firmen war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

In den Kreisen hieß es weiter, das Abkommen mit der Group 3G sichere E-Plus Einnahmen in Milliardenhöhe. Die Rahmenbedingungen seien ähnlich wie bei dem am 20. April geschlossenen Abkommen mit Mobilcom. E-Plus wird Mobilcom und 3G sein GSM-Netz beim Start der dritten Mobilfunkgeneration UMTS zur Mitbenutzung durch deren Kunden zur Verfügung stellen und damit seine Netzauslastung erhöhen. E-Plus hatte zuletzt 7,3 Mill. Kunden gezählt und liegt damit deutlich hinter den beiden führenden D-Netzanbietern D1 T-Mobil und D2-Vodafone mit jeweils über 21 Mill. Kunden zurück.

Etappensieg im Wettlauf um Mobilfunk-Neueinsteiger

Mobilcom und 3G hatten zwar im vergangenen Jahr jeweils eine Lizenz für den Betrieb eines UMTS-Mobilfunknetzes vom Jahr 2003 an erhalten, verfügen aber nicht über eine Lizenz zum Betrieb von GSM-Mobilfunk, der nach derzeitigen Planungen mindestens bis zum Jahr 2008 weiter bestehen und vor allem für Sprachtelefonie genutzt werden wird. Der parallele Betrieb von UMTS- und GSM-Mobilfunk ist notwendig, da das UMTS-Netz nur schrittweise ausgebaut werden wird. Wann eine flächendeckende UMTS-Versorgung in Deutschland erreicht werden wird, steht derzeit noch nicht fest. Auch finden sich keine entsprechende Vorgaben in den UMTS-Lizenzbedingungen.

Mit den abgeschlossenen Verträgen über die Mitbenutzung seines GSM-Mobilfunknetzes durch andere Mobilfunkbetreiber hat E-Plus seinen kleineren Konkurrenten Viag Interkom im Wettlauf um beide Mobilfunk-Neueinsteiger in Deutschland aus dem Feld geschlagen. Viag Interkom hatte als kleinster Mobilfunkanbieter in Deutschland offen seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen Anbietern bekundet. Viag Interkom ist als jüngstes Branchenunternehmen am stärksten darauf angewiesen, seine Investitionen in den Netzaufbau durch gemeinsame Netznutzung zu refinanzieren. Das im Besitz von British Telecom befindliche Unternehmen hat zur Kosteneinsparung selbst ein Mitbenutzungs-Abkommen mit der Telekom-Tochter T-Mobil geschlossen. Diese Roaming-Vereinbarung gestattet es den Kunden von Viag Interkom, das Netz von T-Mobil in den Regionen zu nutzen, in denen eigene Netzkapazitäten nicht vorhanden sind.

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