Erhöhung des Anteils zunächst nicht geplant
Novartis kauft sich bei Hepatitis-Medikamenten ein

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis kauft sich mit der Beteiligung an dem US-Biotechunternehmen Idenix in den als wachstumsträchtig eingeschätzten Markt für Medikamente gegen Hepatitis (Gelbsucht) und andere Virenkrankheiten ein.

Reuters BASEL. Weltweit leiden fast eine halbe Milliarde Menschen unter den verschiedenen Formen der Hepatitis und entsprechend gross stellt sich das Marktpotential aus der Sicht eines Pharmaherstellers dar. Bei Novartis ist die Rede von einem Milliarden-Umsatz, der sich mit den Medikamenten, an denen Idenix arbeitet, möglicherweise erzielen lassen könnte. Bislang war Novartis in diesem Bereich nur am Rande tätig.

Für die 51-prozentige Beteiligung an dem in Cambridge, Massachusetts, beheimateten Unternehmen zahlt Novartis zunächst einmal 225  Mill. Dollar. Zwei weitere Zahlungen von je 178,5 Mill. Dollar in bar und in Wertpapieren werden fällig, wenn ein neues Hepatitis-C-Präparat in den USA und in Europa zugelassen ist. Bei weiteren so genannten Meilensteinen wie Zulassungen oder Umsatzgrenzen sind weitere Zahlungen fällig. Das gilt etwa auch, wenn die Medikamente einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar erreichen, wie Novartis-Pharmachef Thomas Ebeling im Gespräch mit Reuters erklärte.

Auch wenn die von Novartis zu zahlenden Beträge auf den ersten Blick hoch seien, so sei der Einstieg bei Idenix immer noch günstiger als ein solches Geschäft von Grund auf selbst aufzubauen, sagte er weiter. Eine Erhöhung des Anteils an der Firma sei zunächst nicht vorgesehen. Die Idenix-Wirkstoffe dürften in einer ersten Phase als Kombinationspräparate mit dem Anti-Viren Wirkstoff Interferon in Frage kommen, das vom Basler Roche-Konzern kommt.

Das Portfolio von Idenix ist insgesamt auf antivirale Wirkstoffe ausgerichtet. Zwei Präparate gegen Hepatitis B befänden sich in breiten klinischen Tests. Idenix unterhalte auch präklinische Forschungsprogramme, in denen Wirkstoffe gegen HIV und andere Viren geprüft würden. Der Analyst Patrick Burgermeister von der Zürcher Kantonalbank erklärte, Novartis habe es wieder einmal geschafft, Lizenzen für ein marktnahes Entwicklungsprojekt zu übernehmen. Idenix sei vom Bio Venture Fonds von Novartis mit aufgebaut worden.

Der Asset Manager Ivan Kugener von der Genfer Privatbank Lombard Odier Darrier Hentsch bezeichnete die Beteiligung als eine gute strategische Entscheidung. Gerade bei Hepatitis gebe es noch eine ganze Reihe von bisher nur schlecht zu behandelnden Fällen. Der medizinische Fortschritt werde daher auch auf die entsprechende Nachfrage stossen. Die Novartis-Aktie notierte am Mittag unverändert zum Vortag auf 52,25 sfr.

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