Erhöhung des Eigenkapitals geplant
Hannover Rück erwartet Geschäftszuwachs

Als Folge der Anschläge in den USA rechnert der Versicherer Hannover Rück mit einem erheblichen Zuwachs seinen Geschäftes. Zur finanziellen Absicherung plant er deshalb eine Erhöhung seines Eigenkapitals um 194,3 Mill. ?. Dafür sollen nach Angaben vom Mittwoch rund 2,857 Mill. neue Stückaktien zum Bezugspreis von 68,00 ? je Aktie ausgegeben werden.

Reuters HANNOVER. Die neuen Aktien würden den bisherigen Aktionären im Bezugsverhältnis 31:3 angeboten. Das Grundkapital erhöhe sich damit um 7,3 Mill. ? auf 82,8 Mill. ?. Damit schaffe Hannover Rück die finanzielle Voraussetzung, um an dem sich bezeichnenden Aufschwung der Welt-Versicherungsmärkte uneingeschränkt teilhaben zu können, erklärte Vorstandschef Wilhelm Zeller. Ein höheres Versicherungsvolumen macht nach Hannover Rück-Angaben auch eine höhere Eigenkapitaldeckung nötig.

Allein drei Viertel des zusätzlichen Eigenkapitals und damit knapp 146 Mill. ? wird der Hannover-Rück-Großaktionär HDI aufbringen. Der HDI werde über seine Zwischenholding Talanx entsprechend seines Anteils 75 % der neuen Aktien zeichnen. 25 % der Hannover Rück-Anteile sind über die Börse platziert. Die neuen Papiere seien für das gesamte Geschäftsjahr 2001 voll dividendenberechtigt, teilte das Unternehmen mit. Die Aktien der Hannover Rück fielen nach der Ankündigung um 5,7 % auf ein Tagestief von 67,90 ? und erholten sich bis zum Nachmittag wieder ein wenig auf 69,00 ?.

Aufschwung für das Rückversicherungsgeschäft

Zeller hatte bereits vor einigen Wochen einen Aufschwung für das Rückversicherungsgeschäft prognostiziert. Infolge der Anschläge in New York und Washington müssten viele Verträge in der Schadensrückversicherung neu bewertet werden. "Wir können jetzt sehr viel und sehr profitables Geschäft zeichnen", sagte eine Hannover Rück-Sprecherin. "Die Margen in der Rückversicherung sind so hoch wie seit langem nicht mehr." Die ersten veränderten Verträge seien bereits unter Dach und Fach. Der Großteil des zusätzlichen Prämienvolumens falle 2002 an.

Für dieses Jahr werde ein Gesamtprämienvolumen von zehn Mrd. ? erwartet, nach 8,3 Mrd. ? im Vorjahr, sagte die Sprecherin. Das entspräche mit einem Zuwachs von gut 20 % dem Halbjahresergebnis von ebenfalls plus 20 % auf 4,5 Mrd. ? Prämienvolumen. Betroffen von neuen höher dotierten Verträgen sei die gesamte Schadenversicherung, insbesondere aber in der Luftfahrt, sagte die Sprecherin. Die Belastungen aus den Anschlägen in den USA hatte Hannover Rück bereits frühzeitig mit rund 400 Mill. ? beziffert. Dadurch werde das Ergebnis vor Steuern aufgezehrt, so dass Hannover Rück nach bisheriger Planung in diesem Jahr keinen Gewinn ausweisen werde, hatte Hannover Rück erklärt.

Eine Entscheidung über die Dividendenzahlung für 2001 sei damit aber noch nicht gefallen, sagte die Sprecherin. Deshalb weise das Unternehmen daraufhin, dass die neuen Aktien für 2001 dividendenberechtigt seien. Zeller hatte in einem Interview im Oktober allerdings eine Dividende für unwahrscheinlich erklärt, weil bei fehlendem Gewinn dafür die Rücklagen beansprucht werden müssten.

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