Erhöhungen in kleineren Ländern wie Dänemark
Renault-Chef: Autopreise gleichen sich in Europa an

Der französische Automobilhersteller Renault S.A. erwartet von der neuen Gruppenfreistellungs-Verordnung (GVO) der EU eine deutliche Vereinheitlichung der Autopreise im Euro-Raum. "Die Veränderungen des Autovertriebs in der EU werden zu einer Konvergenz der Preise vor Steuern führen, bevor die Übergangsfrist von drei Jahren ausläuft", sagte Renault-Vorstandschef Louis Schweitzer am Donnerstag dem Handelsblatt. Die EU hatte in der vergangenen Woche die neue GVO verabschiedet; sie bestimmt die Regeln für den europäischen Autohandel.

abo/zel PARIS. "Unterschiede von fünf bis zehn Prozent werden bleiben. Sie gehen auf Marketing-Maßnahmen und auf die Positionierung der Marke im jeweiligen Land zurück", sagte der Renault-Chef. Heute liegen die Preisdifferenzen bei bis zu 30 %. Gehen die Preise auf das von Schweitzer genannte Niveau zurück, profitieren die Autohersteller davon. Dann würde sich der von ihnen nicht kontrollierbare Grauhandel über Europas Grenzen nicht mehr lohnen.

Allerdings bedeutet die Vereinheitlichung der Preise keineswegs, dass die Autos günstiger zu haben sind. "Sie können hier und da auch teurer werden", sagte er, etwa in Dänemark. Die EU-Kommission setze bei ihrer Neuregelung zudem darauf, dass sich die Besteuerung von Kraftfahrzeugen beim Kauf angleiche, äußerte der Renault-Boss, "und ich glaube, sie wird mit dieser Annahme Recht behalten."

Sein Unternehmen habe von den Veränderungen wenig zu befürchten. Durch die Konvergenz würden sich die Preisänderungen von Renault in Europa gegenseitig ungefähr ausgleichen. "Das wird unser Ergebnis nicht belasten", betonte er.

Der Autohersteller, der von der Börse mit rund 11 Mrd. ? bewertet wird, setzt einen Großteil seiner Fahrzeuge in EU ab. Der französische Konzern erwirtschaftete im vergangenen Jahr 36,4 Mrd. ? Umsatz und erzielte betriebliche Erträge in Höhe von 704 Mill. ?. Der Reingewinn lag bei gut 1 Mrd. ?. Allerdings trug der Verkauf von Autos zu diesem Ergebnis mit 216 Mill. ? operativ nur noch zum geringen Teil bei - mehr als doppelt so viel brachte die Beteiligung bei Nissan Motor (44,4 %). Mit neuen Modellen will Renault das jetzt wieder ändern.

Renault rechnet nicht damit, dass Handelsketten in den Autohandel einsteigen werden. "Wir haben dafür bisher keinerlei Anzeichen", sagte Schweitzer. Im vergangenen Jahr habe es Versuche von branchenfremden Wiederverkäufern in diese Richtung gegeben. "Aber sie haben gemerkt, dass die Margen im Autogeschäft nicht groß genug waren, um dabei leicht Geld zu verdienen."

Mehr Sorge macht Schweitzer die Konzentration bei Wartungsdiensten, die nach seiner Ansicht durch die neue GVO ausgelöst wird. Die Neuregelung sieht eine generelle Niederlassungsfreiheit für Werkstattbetriebe vor, was großen Unternehmen zu Gute kommt.

Schweitzer äußerte sich zufrieden über die Auswirkungen der Euro-Einführung. Als Chef eines großen Autoherstellers begrüße er die neue Währung. "Ich wünsche mir, dass Großbritannien, Dänemark und Schweden so schnell wie möglich die Gemeinschaftswährung übernehmen", ergänzte Schweitzer. Dies sage er, obwohl das starke Pfund bei Verkäufen in Großbritannien für Zusatzgewinne gesorgt habe. Wechselkursbedingte Preisverzerrungen seien schädlicher.

Quelle: Handelsblatt

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