Erholung an der Wall Street zieht Dax wieder ins Plus
Dax schließt im Plus

Im Zuge einer Erholung an den US-Börsen haben die deutschen Standardwerte am Dienstag anfängliche Kurseinbußen wieder wett gemacht und im Plus geschlossen. Der Dax schloss am Dienstag mit 0,5 Prozent im Plus bei 3878 Zählern.

Reuters FRANKFURT/M. Damit trotzte der Deutsche Aktienindex (Dax) einer Welle von Gewinnmitnahmen nach der Rally vom Vortag und schlechten US-Daten, die das Börsenbarometer zeitweise bis zu drei Prozent unter Druck gesetzt hatten. Am Montag hatte das Börsenbarometer mit 7,8 Prozent den größten prozentualen Tagesgewinn seit mehr als einem Jahrzehnt verbucht.

Die Aktien von Volkswagen führten am Dienstag nach besser als erwarteten Geschäftszahlen die Gewinnerliste des Dax an, während die Papiere von Fresenius Medical Care (FMC) nach einer gesenkten Gewinnprognose die größten Verluste verbuchten.

Händler sagten, nach der Kursrally vom Vortag gönnten sich die Anleger zunächst eine Verschnaufpause. Vor allem Finanzwerte gaben ihre Gewinne vom Vortag ab. Die Grundtendenz im Dax sei aber dennoch aufwärtsgerichtet, dies sei der große Unterschied zu den vergangenen Monaten, sagte Analyst Alfred Kaiser vom Bankhaus Fritz Nols. Vor Börsenschluss hatte der Markt einen kurzzeitigen Dämpfer von dem deutlich schwächer als erwarteten Juli-Index zum US-Verbrauchervertrauen des Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board erhalten."

Die Zahl ist grottenschlecht, aber viele Marktteilnehmer haben anscheinend noch Schlimmeres befürchtet", sagte Knut Hochwald, Aktienhändler bei der Hamburger Sparkasse. Der Markt habe trotz der bösen Überraschung stabil reagiert. "Wenn wir heute keine deutliche Korrektur im Dow Jones sehen, ist das ein weiteres Anzeichen für eine einsetzende Trendwende." Auch der Neue Markt erholte sich im Verlauf von seinem schwächeren Handelsstart. Der Auswahlindex Nemax50 beendete den Handel um 1,29 Prozent fester bei 553 Punkten. Der Nebenwerte-Index MDax lag mit 0,3 Prozent im Minus bei 3462 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um ein Prozent auf 2720 Zähler nach.

An der Wall Street tendierte der Dow-Jones-Index bei Börsenschluss in Deutschland um 0,2 Prozent höher auf 8734 Zählern, der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 0,8 Prozent.

Entwicklung der Volatilität entscheidend für Kurse

Die Entwicklung der Volatilität sei für die weitere Entwicklung der Aktienkurse entscheidend, sagte ein Börsianer. Sollte der VDax, der über die Schwankungsbreite (Volatilität) des Börsenbarometers Auskunft gibt, nachhaltig unter die Marke von 40 Punkten sinken, würden die Anleger voraussichtlich verstärkt in den Aktienmarkt zurückkehren. Der VDax verlor am Dienstag 4,4 Prozent auf 42,47 Stellen, nachdem er in den vergangenen Wochen auf das höchste Niveau seit der Asienkrise von 1998 hochgeschnellt war.

Volkswagen trotz Unklarheiten über Ausblick gefragt

Die VW-Aktie kletterte um 5,15 Prozent auf 46,95 Euro. Analysten sagten übereinstimmend, die vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal seien besser als erwartet ausgefallen. Beim Ausblick herrschte hingegen Unsicherheit, wie die Reduzierung der Gewinnprognose um zehn Prozent zu bewerten sei."Das ist die große Frage: Ist es eine Gewinnwarnung ?", sagte Thomas Aney von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Enttäuschung über die gesenkte Gewinnprognose von FMC ließen die Papiere des Dialysekonzerns um 4,6 Prozent auf 39,20 Euro fallen. Auch die gleichzeitig veröffentlichten FMC-Geschäftszahlen blieben hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Siemens verliert wegen Ausblicks für Kommunikationssparten

Die Aktien des Börsenschwergewichts Siemens gerieten ebenfalls unter Druck und verloren 0,8 Prozent auf 52,29 Euro. Der Konzern schließt weitere Restrukturierungsmaßnahmen für seine Kommunikationssparten nicht aus. Furcht vor schlechten Geschäftszahlen drückten auch den Aktienkurs beim Handelskonzern Metro AG, dessen Papiere um 1,9 Prozent auf 25,90 Euro fielen. Einige Analysten rechnen damit, dass der Handelskonzern am Mittwoch wegen der Konjunkturflaute schwache Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen wird oder sogar seine Gewinnprognose für 2002 reduziert.

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