Erholung der Chip-Branche in Sicht
Hynix mit Milliardenverlust

Trotz eines Milliardenverlustes im vergangenen Jahr sieht sich der hoch verschuldete südkoreanische Chiphersteller Hynix Semiconductor als überlebensfähig und erwartet für 2002 eine Erholung der Branche.

Reuters SEOUL. Ein "langfristiges Überleben" sei möglich, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Hynix will seine Produktion und Investitionen im laufenden Jahr steigern und strebt für das erste Quartal 2002 einen Nettogewinn an.

Der für das Tagesgeschäft verantwortliche Chief Operating Officer (COO) Park Sang Ho ließ offen, ob das angeschlagene Unternehmen aus eigener Kraft oder nur in einer Allianz überleben könne. Der weltweit drittgrößte Produzent von Speicherchips, den die Absatzkrise im vergangenen Jahr schwer getroffen hatte, steht seit Wochen in Übernahmeverhandlungen mit dem US-Konzern Micron Technologies. Auch der Münchener Halbleiterkonzern Infineon Technologies hatte zunächst Interesse an dem südkoreanischen Wettbewerber gezeigt, die Gespräche jedoch Mitte Februar abgebrochen.

Im Jahr 2001 verdoppelte Hynix eigenen Angaben zufolge seinen Nettoverlust auf 5,07 Billionen Won (rund 4,42 Milliarden Euro) und schnitt damit schlechter ab als von Analysten erwartet. Branchenexperten hatten im Schnitt mit einem Minus von 4,6 Billionen Won gerechnet. Die Umsätze brachen um 55 Prozent auf 3,98 Billionen Won ein.

Das Unternehmen rechnet für das laufende Jahr mit einem durchschnittlichen Preis je Speicherchip von rund 5,60 Dollar nach Tiefständen von unter einem Dollar Ende 2001. Die steigenden Preise machten sich bereits bemerkbar, sagte Hynix-COO Park. Bei einem Speicherchip-Preis von rund 4,50 Dollar lasse sich ein Nettogewinn im ersten Quartal erzielen. Für die ersten zwei Monate gab der Konzern einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 110 Milliarden Won an. Hynix rechnet für das Anfangsquartal mit einer Umsatzsteigerung zum Vorquartal um mehr als 50 Prozent auf 932 Milliarden Won.

Der südkoreanische Konzern, ehemals Hyundai Electronics, will nach Worten von Park im laufenden Jahr 879 Millionen Speicherchips produzieren, knapp zwei Drittel mehr als im Vorjahr. Die Talfahrt bei den Speicherchip-Preisen, die unter die Produktionskosten gerutscht waren, hatte Hynix im vergangenen Jahr gezwungen, sein US-Werk zeitweise zu schließen.

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