Erholung des US-Marktes lässt noch auf sich warten
Sportaktien drückt der Schuh

Drei Streifen auf Endspielkurs? Der Erfolg der Franzosen bei der Fußball-EM freut auch Ausrüster Adidas. Bei sportlichen Großereignissen rücken die Sportartikelhersteller mit ins Rampenlicht. Mehr Aufmerksamkeit könnten auch die Aktienkurse gut gebrauchen, meinen Analysten: Noch steht die Branche im Abseits.

tet DÜSSELDORF. Das Jahr 2000 ist ein Sportjahr. Kaum geht die Fußballeuropameisterschaft zu Ende, startet im September das nächste Großereignis: Die Olympischen Sommerspiele in Sydney. Die Hersteller von Sportartikeln rücken durch ihre vielfältigen Sponsoring- und Werbemaßnahmen in den Blickpunkt der Investoren. Gewinnt etwa Fußball-Weltmeister Frankreich die Europameisterschaft, rückt Ausrüster Adidas mit ins Rampenlicht. Mehr Aufmerksamkeit hat die Branche auch bitter nötig, denn die Rahmenbedingungen für die Unternehmen sind ungünstig. Nach den Boomjahren von 1990 bis 1997 fallen die Zuwachsraten erheblich geringer aus. "Grund hierfür ist vor allem die tendenziell sinkende Teilnahme Jugendlicher an sportlichen Aktivitäten", erläutert die Landesbank Baden Württemberg in einer Studie. "Negativ wirkt sich außerdem die wachsende Konkurrenz von Bekleidungsherstellern im Bereich bequeme Mode aus." Für die Sportartikelindustrie sei es daher wichtig, Wachstumschancen außerhalb ihrer traditionellen Schwerpunkte wahrzunehmen. Eine stärkere Präsenz in der Freizeitmode und bei neuen Sportarten erscheine aussichtsreich. Auch für den Sportler konzipierte elektronische Geräte böten Wachstumspotenzial. "Die Marktentwicklung der Produktpalette dürfte dabei am ehesten den großen Konzernen gelingen, da ein gut eingeführter Markenname die Expansion in neue Geschäftsfelder erleichtert."

Adidas-Salomon als Favorit

Favorit bei den Baden-Württemberger Experten ist die Adidas-Salomon-Aktie, die sie als "Outperformer" einstufen. Für das kommende Jahr prognostizieren sie eine Gewinndynamik von 20 %. Die Basis für die positiven Perspektiven sei das Ende Januar bekanntgegebene 5-Punkte-Programm, das Reformen im Management, Einsparungen auf der Beschaffungsseite und die vermehrte Nutzung des Internets als Vertriebsmedium beinhaltet. Außerdem sollen die Marken Salomon und Taylor Made gestärkt werden. Also 1:0 für Adidas? Dazu gibt es auch andere Meinungen: Trotz des Programms kommt die Vereins und Westbank - nur zum Urteil "Halten". "Noch drückt der Schuh", schreibt Branchenanalyst Michael Mantlik in einer Studie. Auch wenn sich durch die neuen Maßnahmen die Grundstimmung für die Marke bessere, bleibe abzuwarten, wie sich das US-Geschäft entwickle. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres sei jedenfalls keine Erholung des wichtigen nordamerikanischen Marktes in Sicht. "Mit einem überdurchschnittlichen Kursanstieg der Aktie gegenüber dem EuroStoxx 50 ist erst dann zu rechnen, wenn der Konzern über die bisherigen Nachrichten hinaus positive Entwicklungen präsentieren kann." Kritische Stimmen gibt es auch zur Konkurrenz. Die Werte Nike und Reebok empfiehlt die Landesbank Baden-Württemberg nur "aggressiv veranlagten" Investoren - Grund sei ihre hohe Schwankungsbreite (Volatilität). Immerhin: Die beiden US-Unternehmen hätten im ersten Quartal besser als erwartete Zahlen vorgelegt und sich bereits deutlich erholt. Der Weltmarktführer Nike sei in Europa noch vergleichsweise schwach positioniert, unternehme aber Anstrengungen, hier stärker Fuß zu fassen. Keine Berücksichtigung findet bei den Stuttgartern zurzeit die Puma-Aktie: Deren Liquidität lasse zu wünschen übrig.

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