Erholung erst im zweiten Halbjahr 2002
Pro Sieben Sat.1 senkt erneut Prognosen für 2001

Der zur Kirch-Gruppe gehörende Fernsehkonzern Pro Sieben Sat.1 Media AG hat nach einer unerwartet schwachen Geschäftsentwicklung im Oktober und November seine Prognosen für 2001 zum dritten Mal gesenkt. Der Konzern erwarte nun für 2001 einen Rückgang beim Umsatz von sechs bis sieben Prozent sowie Einbußen beim operativen Ergebnis (Ebit) und beim Gewinn nach Steuern von jeweils rund 45 %, teilte Pro Sieben Sat.1 am Freitag mit.

Reuters MÜNCHEN. Der Gewinn vor Steuern werde voraussichtlich um 56 % auf 90 Mill. Euro einbrechen. Eine nachhaltige Verbesserung für den deutschen Fernsehmarkt, der nach den Schätzungen 2001 um sieben bis acht Prozent schrumpfen wird, sieht ProSiebenSat.1 erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2002.

Im frühen Parketthandel fielen die im M-Dax notierten Vorzugsaktien um fünf Prozent auf 6,65 Euro.

Ende Oktober hatte der größte deutsche Fernsehkonzern seine Prognose noch bekräftigt, wonach der Gewinn vor Steuern 2001 um 30 % und der Umsatz um vier Prozent zurückgehen sollte. Ursprünglich hatte Pro Sieben Sat.1 mit einem prozentual zweistelligen Gewinnzuwachs gerechnet. Die dritte Gewinnwarnung in Folge überraschte die Analysten nicht. Schon in den ersten neun Monaten hatte das Unternehmen einen Gewinneinbruch um fast 50 % auf 34,6 Mill. Euro verbucht. Der Umsatz war um 4,5 % auf 1,42 Mrd. Euro gefallen. "Jetzt sind wir auf dem Boden der Tatsachen", sagte Roland Pfänder von der BHF-Bank, der die Aktien weiter mit "Halten" einstuft.

Die konjunkturelle Abkühlung in Deutschland habe die rückläufige Entwicklung des Fernsehwerbemarktes im vierten Quartal nochmals beschleunigt, erläuterte ProSiebenSat.1 die Entwicklung. "Insbesondere die traditionell umsatzstärksten Monate Oktober und November sind deutlich unter den Erwartungen geblieben", hieß es in der Mitteilung. Die Werbekunden hätten ihre Marketingbudgets zum Teil erheblich gekürzt. Für 2002 rechne ProSiebenSat.1 mit einer insgesamt leicht positiven Entwicklung.

Am Zeitplan der geplanten Verschmelzung mit der Muttergesellschaft Kirch Media bis Mitte 2002 ändere die erneute Gewinnwarnung nichts, sagte ein Unternehmenssprecher. "Das unterstreicht eher den Sinn der geplanten Fusion." Schließlich würden Kosten- und Ertragssynergien erwartet. Beziffern konnte er diese allerdings noch nicht. Die Prüfung und Ermittlung des Wertes der beiden Konzerns solle wie geplant im ersten Quartal 2002 abgeschlossen werden.

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