Erholung frühestens in der zweiten Hälfte 2002
Pro Sieben Sat.1 verhalten zuversichtlich

Die Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 Media rechnet frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2002 mit einer leichten Erholung auf dem schwachen Werbemarkt in Deutschland.

rtr MüNCHEN. Der im vergangenen Jahr um nahezu die Hälfte eingebrochene Gewinn vor Steuern werde nach weiteren Kostensenkungen dennoch um einen höheren einstelligen Prozentsatz steigen, teilte die mehrheitlich zum hoch verschuldeten Medienkonzern Kirch gehörende Vier-Sender-Kette am Dienstag in München mit. Wenn der Werbemarkt sich bis Ende des Jahres wie erwartet leicht positiv entwickle, sei auch für den Umsatz von Pro Sieben Sat.1 mit einer niedrigen einstelligen Zuwachsrate zu rechnen. Während Pro 7 2001 erneut ein Rekordergebnis verbuchte, rutschte Sat.1 tief in die roten Zahlen, aus denen auch der Nachrichtensender N24 nicht heraus kam.

Mit einem Ergebnis vor Steuern von 106 (2000: 205) Mill. ? hatte Pro Sieben Sat.1 die Analysten schon vor zwei Wochen positiv überrascht. Während Pro 7 das Rekordergebnis aus dem Vorjahr trotz der geringeren Werbeeinnahmen noch auf 262 (257) Mill. ? steigerte, verbuchte der ein Jahr zuvor übernommene Sender Sat.1 77 Mill. ? Verlust, nachdem er im Jahr 2000 mit 34 Mill. ? zum ersten Mal die Gewinnzone erreicht hatte. Der Verlust eines wichtigen Werbekunden mit 100 Mill. ? Etat drückte den Umsatz von Sat.1 um 13 %. Auch der Anfang 2000 gestartete Nachrichtensender N24 schrieb mit 38 (34) Mill. ? weiter Verluste.

Gruppe steigert Anteil am Fernsehwerbemarkt

Der Jahresüberschuss der Gruppe sank auf 68 (93) Mill. ?, der Konzernumsatz schrumpfte um mehr als sechs Prozent auf 2,015 (2,155) Mrd. ?. "In einem schwierigen Jahr haben wir unseren Anteil am Fernsehwerbemarkt weiter gesteigert. Trotzdem können wir mit dem Geschäftsverlauf insgesamt nicht zufrieden sein", erklärte Vorstandschef Urs Rohner. Der Konzern habe sich aber eine gute Ausgangslage erarbeitet, um von einem Anspringen der Werbekonjunktur zu profitieren. Privatsender wie Pro 7, Sat.1 und Kabel 1 erwirtschaften rund 97 % des Umsatzes aus Werbeeinnahmen. Am Montag hatte der Geschäftsführer des ProSieben-Konkurrenten RTL, Gerhard Zeiler, ebenfalls eine leichte Erholung für die zweite Jahreshälfte in Aussicht gestellt.

Ende Dezember war der Fernsehkonzern nach eigenen Angaben mit 897 Mill. ? verschuldet, 347 Mill. ? mehr als ein Jahr zuvor. Die Ratingagentur Moody's hatte ihre Bewertung für die Verbindlichkeiten von Pro Sieben Sat.1 zuletzt zweimal nach unten korrigiert, dies aber mit Bedenken über die Liquiditäts-Engpässe bei der mit 6,5 Mrd. ? verschuldeten Kirch-Gruppe begründet, die gut 52 % an der Sendergruppe hält.

Neuer Termin für Fusion steht noch nicht fest

Wegen der Probleme bei der Kirch-Gruppe hatte Pro Sieben Sat.1 am vergangenen Freitag seine für Juni geplante Fusion mit deren Rechtehandels- und Produktionstochter Kirch-Media vorerst auf Eis gelegt. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. Rohner sagte in einem Interview mit dem "Handelsblatt", die Verschiebung sei kurzfristig nicht von Schaden. "Langfristig aber wäre ein Scheitern der Zusammenführung ein strategischer Nachteil."

Auf der Hauptversammlung im Mai sollen die im MDax notierten Vorzugsaktien in Stammaktien umgewandelt werden. Kleinaktionäre erhielten damit ein Mitspracherecht bei der Fusion. Die Vorzüge legten am Dienstag im frühen Handel um rund sechs Prozent auf 8,38 ? zu.

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