Erholung im Chip-Sektor am Ende?
US-Börsen schicken internationale Kurse auf Achterbahnfahrt

Unsichere Signale der US-Börsen haben am Donnerstag weltweit Technologiewerte auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Positive Vorgaben der Technologiebörse Nasdaq vom Mittwoch verhalfen zum Handelsbeginn europäischen Technologiewerten noch zu deutlichen Gewinnen.

dpa FRANKFURT. Die Herabstufung von Intel durch das Investmenthaus Merrill Lynch ließen jedoch am Nachmittag die Nasdaq schwächer eröffnen und europäische Gewinne wieder kräftig schmelzen. Die T-Aktie stürzte dabei auf ein neues Rekordtief ab. Das wieder sinkende Vertrauen in die US-Wirtschaft ließ den Kurs des Euro um 0,67 Prozent deutlich über die Marke von 0,94 US-Dollar klettern. Die erwartete Entscheidung der Europäischen Zentralbank, ihren wichtigsten Leitzins wie erwartet unverändert zu lassen, ließ die Märkte hingegen kalt.

Besonders durchgeschüttelt wurde die Volksaktie der Deutschen Telekom. Die Aktie konnte sich nach den Verlusten der vergangenen Tage zwar im frühen Handel mit einem Kursgewinn von mehr als einem Prozent im Dax-Spitzenfeld behaupten. Mit Eröffnung der US-Börsen drehte die T-Aktie abrupt ab und stürzte auf ein neues Rekordtief von 10,54 Euro. SAP sprangen zuerst über vier Prozent an die Spitze der Dax-Gewinner, bis zum frühen Abend schmolz der Gewinn auf nur noch 0,24 Prozent.

Die Achterbahnfahrt fand europaweit statt. Noch mit dem Rückenwind der US-Börsen vom Mittwoch verbuchte der in Paris ermittelte EuroStoxx50 zuerst ein Plus von 1,81 Prozent, um dann nur noch um 0,5 Prozent im Plus zu liegen.

Auch in London eröffneten die wichtigsten Standardwerte noch zu Handelsbeginn freundlich, um dann gegen Abend mit 0,15 Prozent im Minus zu stehen. Auf der Kaufliste der Anleger in London fanden sich vor allem British Airways-Aktien. Die Papiere der Fluggesellschaft schoben sich im frühen Handel mit 2,55 Prozent Gewinn an die Index- Spitze. In Paris zogen die Papiere des französischen Mineralölkonzerns TotalFinaElf um 1,26 Prozent an, nachdem die Investmentbank Goldman Sachs sich positiv über das Unternehmen geäußert hatte.

"Wir glauben, dass die Erholung im Chip-Sektor nun ein Ende gefunden hat", kommentierte Merrill-Analyst Joe Osha die Herabstufung von Intel von "Strong Buy" auf "Neutral". Intel verlor am Donnerstag in den frühen Handelsstunden um mehr als drei Prozent.

Der Aktienhandel in Tokio war stark von der Sorge über die Höhe des Wachstums des Bruttoinlandsproduktes bestimmt, das zum Wochenschluss bekannt gegeben werden soll. Nach einer freundlichen Eröffnung verabschiedeten sich die japanischen Standardwerte mit einem Minus von 0,76 Prozent. Auch in Tokio standen Technologiewerte im Mittelpunkt des Interesses. Fujitsu sanken um 8 auf 912 Yen, NEC fielen um 3 auf 913 Yen.

Wie stark die US-Börsen weltweit die Kurse beeinflussten, zeigte das Desinteresse der Märkte für die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, ihren wichtigsten Leitzins unverändert zu lassen. "Der Blick geht nach Westen auf Konjunktur und Börse in den USA. Themen wie Zinsangst stehen jetzt einfach nicht an", kommentierte ein Händler in London.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%