Erholung in New York mäßigt Verluste
Gewinnwarnungen drücken Dax und Nemax

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nach zwischenzeitlich deutlichen Einbußen leichter geschlossen. Zum Handelsschluss notierte der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Minus von 1,9 % bei 5 915,18 Punkten. Der Nemax-50 büßte 1,7 % auf 1 493,10 Zähler ein. Leichte Verluste waren bei den deutschen Nebenwerten zu verzeichnen: Der MDax verlor 0,64 % auf 4 702,03 Punkte.

ddp-vwd/dpa FRANFURT. Für eine mäßige Erholung der Kurse sorgte am Abend die Wall Street, die nach schwachem Start ihre Verluste teilweise aufholte.

Der Euro gab am Devisenmarkt gegenüber seinem Tageshoch nach, notierte aber mit 0,8618 US-Dollar deutlich fester als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag bei 0,8662 US-Dollar festgelegt gegenüber 0,8492 am Donnerstag. Ein Dollar verbilligte sich damit im Vergleich zur D-Mark von 2,3031 auf 2,2579 Mark.

Im Dax verzeichneten Technologiewerte nach Gewinnwarnungen in den USA, allen voran von Nortel Networks, die stärksten Verluste. So verloren Infineon 3,6 Prozent auf 36,80 Euro und SAP rund 6,5 Prozent auf 149,20 Euro. Die Papiere des größten europäischen Softwareunternehmens werden von kommenden Montag an statt der Vorzugsaktien die Stammaktien von SAP zur Dax-Berechnung verwendet. Die Kursverluste führten Händler indes auf Gerüchte zurück, wonach der weltgrößte Softwareanbieter Microsoft eine Gewinnwarnung ausgeben könnte.

Gewinne verbuchten nur drei der 30 Standardwerte: Hypo-Vereinsbank verteuerten sich um knapp ein Prozent auf 58,10 Euro. Zudem legten Deutsche Post und Deutsche Lufthansa leicht zu.



Die T-Aktie, die sich lange Zeit im Plus halten konnte, beendete den Handel mit einem Abschlag von 1,07 Prozent auf 24 Euro. Ab dem kommenden Montag werden die Aktien der Deutschen Telekom auf Grund der Übernahme des US-Mobilfunkanbieters Voicestream im Dax höher gewichtet.

Schlechte Stimmung am Neuen Markt

"Es kommt wirklich alles zusammen, was Kurse nach unten treibt", sagte ein Händler in München. Durch die Handelsräume gingen Gerüchte um eine Gewinnwarnung bei Microsoft. "Wo Rauch ist, ist auch Feuer und nach den bisherigen schlechten Nachrichten der US-Unternehmen ist das auch vorstellbar", sagte er. Zuvor hatten wichtige Unternehmen der Netzwerk- und Softwarebranche in den USA ihre Erwartungen gesenkt. Auch am Neuen Markt gab es wieder einige Gewinnwarnungen.

Am neuen Markt standen Aktien des Handy-Schalenherstellers Balda nach einer Gewinnwarnung unter Druck (-10,2 Prozent auf 12,75 Euro). Wegen der Schwäche beim Absatz der Mobiltelefone wolle das Unternehmen statt um 47 Prozent jetzt um 20 Prozent wachsen. Die Aktien verloren um 12,32 Prozent auf 12,45 Euro. Für die Analysten von SES Research kam die Wachstumsrevision nicht überraschend. Ihr vorheriges Urteil "Outperform" wurde jedoch erst auf "Marketperformer" gesenkt, als Balda die Pflichtmitteilung herausgegeben hatte.

Die stärksten Verluste verbuchten allerdings Nemax-50-Absteiger SER Systeme mit einem Minus von 23,4 Prozent auf 5,40 Euro. Kräftige Gewinne verzeichneten unter anderem EM-TV , die sich um 11,5 Prozent auf 3,00 Euro verteuerten. Der Wert habe von der Entscheidung des Bundeskartellamtes profitiert, die Prüfungsfrist für den Kirch-Einstieg bei dem Medienunternehmen zu verlängern, hieß es am Markt.

Telesens will mit weniger Programmiern auskommen

Zwei Stunden vor Handelsschluss überraschte die Telesens KSCL mit einer Entlassungswelle. Ein Kostensenkungsprogramm dünnt die Belegschaft des Programmierers von Telefonabrechnungs-Software um 360 auf 1 100 Mitarbeiter aus. Die Kosteneinsparungen schickten die Aktie allerdings auf ein Tageshoch bei 4,55 Euro. Damit konnte sich das Papier wieder vom 52-Wochen-Tief bei 3,70 Euro absetzen, dass es zuvor erreicht hatte.

Die Update.com Software AG senkte die Erwartungen an das Geschäftsjahr abermals, diesmal um gut 10 Mio. Euro. Statt eines Umsatzes von 26,0 Mill.. Euro sollen noch 16,7 Mill. Euro erreicht werden. Die Aktie gab um 7,59 Prozent auf 1,34 Euro nach. Am 11. April 2000 waren die Anteilsscheine für 23 Euro ausgegeben worden.


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