"Erholung ist im Gange"
Notenbank hält "double-dip" für unwahrscheinlich

In den USA ist das Risiko eines so genannten double dip nach Überzeugung des Präsidenten der Federal Reserve Bank von St. Louis, William Poole, wenig wahrscheinlich.

vwd NEW YORK. "Auch wenn wir alle eine raschere Erholung möchten als wir sie bislang beobachten konnten, glaube ich auf Grund der jüngsten Anzeichen, dass die Erholung im Gange ist und sich fortsetzen wird", sagte Poole am Montag. Mit Blick auf die Geldpolitik der US-Notenbank fügte Poole hinzu, dass zu einem späteren Zeitpunkt eher mit steigenden als mit fallenden kurzfristigen Zinsen gerechnet werden müsse.

Das heiße jedoch nicht, dass die Fed die Zinsen keinesfalls senken werde. Sofern die Erholung zu lange Zeit zu schwach ausfalle oder die Wirtschaft en Anschein erwecke zu schrumpfen, sei es "sinnvoll" das Zinsniveau zu reduzieren, so Poole. Angesichts der aktuellen Inflationsentwicklung sei es für die Fed auch nicht so bedeutsam, ein exaktes timing für eine geldpolitische Neuausrichtung zu finden.

Wenn man anhaltend niedrige Inflationsraten erreicht habe, sei es einer der großen Vorteile, dass die Wirtschaft in einem solchen Umfeld weniger sensibel auf ein exaktes geldpolitisches timing reagiere. Warte die Fed ab, wenn sie besser reagiert hätte, entgleise die Wirtschaft nicht gleich, da ein zeitnahes und entschlossenes Handeln der Fed möglicherweise verlorene Zeit wieder aufholen könne.

Für bedenklich hält Poole die Abschwächung der realen volkswirtschaftlichen Endnachfrage. Die sei "ein Grund zur Besorgnis", urteilte er. Wenig Sorge bereiteten ihm dagegen mögliche Parallelen zwischen den wirtschaftlichen Turbulenzen in Japan und der aktuellen Situation in den USA, da der US-Bankensektor "gut kapitalisiert" sei. Auch Deflationsrisiken seien unwahrscheinlich. Ihm sei nicht bekannt, dass Deflation jemals ohne eine bedeutende und anhaltende Reduzierung des Geldmengenwachstums aufgetreten sei.

In der zweiten Jahreshälfte des laufenden Jahres erwartet Poole ein Wirtschaftswachstum in den USA von 2,5 Prozent. Bis zum Jahresende 2003 werde sich diese Rate auf 3,5 Prozent erhöhen.

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