Archiv
Erholung von Tagestiefständen

Die Partystimmung von Freitag setzt sich an der Wall Street zum Wochenauftakt nicht fort. Vor allem Gewinnmitnahmen, enttäuschende Wirtschaftsdaten und negative Kommentare zum Brokersektor belasteten die Märkte am Montag.

Im Juli gingen die Verkaufszahlen bereits bestehender Eigenheime stärker zurück als erwartet. Die jährlichen Verkäufe sanken um drei Prozent auf 5,17 Millionen. Die Daten deuten auf sinkende Nachfrage der Verbraucher. Um so gespannter warten die Marktteilnehmer nun auf die Daten zum Verbrauchervertrauen für August, die morgen bekannt gegeben werden sollen. Einige Experten zweifeln bereits, ob die Wirtschaftsdaten wie bisher erwartet auf eine Erholung der US-Wirtschaft deuten werden. Bisher

rechneten die Experten mit einem Anstieg des Verbrauchervertrauens von 116,5 im Vormonat auf 117,5 Punkte.

Bis zur Mittagsstunde können sich die wichtigsten US-Aktienindizes von ihren frühen Tiefständen erholen. Der Dow Jones Index begrenzt die Verluste bis zur Mittagsstunde auf ein Minus von 0,14 Prozent. Der technologielastige Nasdaq Index dämmt das Minus auf fast 0,5 Prozent ein. Neben Einzelhandels- und Medienaktien verlieren auch die Pharmatitel an Wert.

Die Aktien der Citigroup und von J.P. Morgan stehen auf der Verliererliste des Dow Jones Index ganz oben. Morgan Stanley, Charles Schwab und Lehman Brothers notierten ebenfalls schwächer, nachdem Goldman Sachs die Stimmung mit schlechten Kommentaren zum Brokersektor belastete. Für die Branche bleibt es weiterhin schwierig, so die verhaltene Aussage der Experten. Die Wachstumsraten der Branche drohen durch die Flaute im Rentenhandel weiter unter Druck zu geraten. Steigende Kreditausfälle im Hochzinsbereich gekoppelt mit einem weltweit rückläufigen Volumen von neuen Unternehmensanleihen dürften die Unternehmensgewinne belasten. Goldman Sachs rät Investoren daher, die Aktienbestände nur sehr zögerlich aufzubauen. Die Experten reduzieren außerdem die Prognosen für das dritte Quartal für Morgan Stanley Dean Witter, Charles Schwab und Lehman Brothers.

Gegen den Trend kann dagegen die Aktie von Softwaregigant Microsoft zulegen. Das Papier führt zur Mittagsstunde die Gewinnerliste der Nasdaq Werte an. Erst am Morgen hatte der Konzern bekannt gegeben, die Einführung der Spielkonsole "Xbox" in Japan auf Ende Februar 2002 zu verschieben. In den USA wird das Gerät bereits Anfang November im Handel erhältlich sein. Die Anleger scheint die Verspätung nicht zu stören. Die Aktie von Microsoft präsentiert sich zur Mittagsstunde gut behauptet.

Nahezu besorgniserregend ist dagegen die Lage bei At Home. Der finanziell angeschlagene Internet-Provider muss bis spätestens Freitag insgesamt 50 Millionen Dollar an zwei seiner Kreditgeber zurückzahlen. Eine solche Zahlung würde den Cash-Flow erheblich beeinträchtigen. At Home wäre nicht länger in der Lage, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ob At Home weiterhin im Nasdaq Index gelistet sein wird, ist zudem fraglich. Das Papier fällt im Handel um 20 Prozent.

Das Papier von Videogigant Blockbuster verliert zum Wochenauftakt über sechs Prozent, nachdem Befürchtungen laut werden, das Gewinnwachstum der größten US-Videothek-Kette könnte geringer ausfallen, als bisher erwartet. Blockbuster könnte verschärft Konkurrenz von einem Joint-Venture von fünf Filmstudios bekommen, das den Kunden die Filme per Internet liefert, berichtet das US-Anlegermagazin Barron´s in der neuesten Ausgabe.

Die Aktie von Hughes Electronics verliert fast ein Prozent, nachdem der Betreiber des Satelliten-Fernsehsenders "Direct TV" bekannt gab, in den USA rund zehn Prozent der Belegschaft und damit fast 800 Angestellte zu entlassen. Damit versucht das Unternehmen Kosten zu senken, um der weiterhin kränkelnden US-Wirtschaft entgegen zu wirken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%