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Erholung von Tagestiefstständen

Die US-Aktienmärkte kochen weiterhin auf Sparflamme. Zwar konnten sich die wichtigsten US-Indizes am Vormittag von ihren bisherigen Tiefständen erholen. Der Nasdaq Index zeigt sich aber immer noch 0,9 Prozent schwächer. Hier geraten besonders die Netzwerktitel unter Beschuss. Die Aktien der Hersteller von Unternehmens-Software Siebel, Systems Veritas und Bea Systems notieren ebenfalls schwächer.

Der Dow Jones Index tendiert zur Mittagsstunde noch mit 0,7 Prozent im Minus. Die Kursgewinne bei Home Depot, Microsoft und SBC Communications versuchen die Verluste zu begrenzen. Vor allem Broker- und Pharmaaktien tendieren schwächer. American Express und Citibank gehören im Dow Jones Index zu den größten Verlierern.

Zudem belastet die Sorge um die Erholung der US-Wirtschaft erneut die Märkte. Die heute veröffentlichten Wirtschaftsdaten sind schlechter ausgefallen als erwartet. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stiegen in der vergangenen Woche um zehn Prozent auf 385 000. Zudem rechnen die Analysten der HSBC Bank damit, dass der Dollar fallen könnte. Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der US-Wirtschaft habe die Währung bisher gestützt. Doch die Zuversicht schwinde nun.

Unter Druck geraten die Brokeraktien. Das Investmenthaus UBS Warburg senkt die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal, das laufende und das kommende Geschäftsjahr sowohl für Goldman Sachs und Lehman Brothers als auch Merrill Lynch und Morgan Stanley Dean Witter. Die Banken hätten nicht rechtzeitig und aggressiv genug an der Kostenschraube gedreht, so die Experten. Neben der lahmenden US-Wirtschaft und der schlechten Situation auf dem Aktienmarkt belasten auch die niedrigen Einnahmen im Investmentbanking-Bereich die Entwicklung.

Ölaktien geraten ebenfalls ins Kreuzfeuer der Analysten. Der unerwartet starke Preisverfall auf dem Ölmarkt und die stark zurückgegangene Nachfrage nach Öl aus dem Golf von Mexiko dürfte vor allem den Ölförderern und deren dienstleistender Industrie schaden, so die Experten von Prudential Securities. Sie sehen die Obergrenze der Fördermengen als erreicht. Für die nächsten Monaten rechnen sie damit, dass weniger Öl gefördert wird. Merrill Lynch rechnet damit, dass die Aktien stabil bleiben, aber nicht zulegen werden, solange die Nachfrage sinkt.

Zumindest vereinzelt tendieren die Einzelhandelswerte freundlich. Doch lange konnte sich die Aktie von Wal-Mart dem allgemein negativen Markttrend nicht entziehen und drehte ins Minus. Wal-Mart, der größte US-Einzelhandelskonzern, konnte die Verkaufszahlen im Juli um 6,3 Prozent steigern. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen einen Anstieg um 5,3 Prozent verbucht. Wal-Mart konnte vor allem mit Discountangeboten Kunden in die Geschäfte locken. Das Papier von Home Depot dagegen konnte seine Position in der Gewinnzone ausbauen und führt zur Stunde die Gewinnerliste der Dow Jones Werte an. Die Investmentbank Deutsche Banc Alex Brown geht davon aus, dass die Baumarktkette die Gewinnerwartungen im abgelaufenen Quartal um einen Penny pro Aktie übertreffen wird.

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