Erholungsphasen können sich nicht durchsetzen
Aktien weiter sehr schwach

Der Dax befindet sich am Freitagmittag weiterhin deutlich im Minus. Bis gegen 12.43 Uhr verlor der Index 5,5 % bzw. 211 Punkte auf 3 599, erholte sich damit aber von seinem morgendlichen Tief bei 3 539.



vwd FRANKFURT. Die Verringerung der Verluste erfolgte nach Bekanntgabe des ifo-Geschäftklimaindex für den Monat August. Nach Aussage eines Händlers sind die Erwartungen der Wirtschaft besser als angenommen. Die Erholung war jedoch nicht nachhaltig. Drei Punkte machen Händler daher für die anhaltenden Abstürze verantwortlich: Die Bush-Rede, die Ereignisse in Toulouse und London und den den großen Verfallstag an der Deutschen Börse, der für zusätzlichen Wirbel sorge.

Am Verfallstermin, auch Hexensabbat genannt, laufen gleichzeitig der September-Future auf den DAX, die September-Optionen auf den Index und Aktienoptionen aus. Dabei handelt es sich um Termingeschäfte, eine Art Wette auf den zukünftigen Verlauf der Indizes und Aktien.

Unterhalb von 3 600 Punkten gibt es keine Auffangmarken mehr

Dann verweisen Marktteilnehmer auf die Bush-Rede vom frühen Morgen: "Dort wurde Amerika auf einen Kriegseinsatz vorbereitet", heißt es. In dieser unsicheren Situation verstärke sich noch die Tendenz, vor einem Wochenende keine neuen Positionen einzugehen. Die Ängste werden am Vormittag durch Meldungen über eine oder mehrere Explosionen in Toulouse und einer Räumung der Londoner Börse wegen einer Bombendrohung verstärkt. Charttechnisch heißt es, sollte die Auffanglinie im Bereich des langen Aufwärtstrends seit 1982 bei 3 600 Stellen nicht halten, sei der Index technisch erheblich angeschlagen. Unterhalb der Marke von 3 600 Punkten gibt es laut Chartisten keine weiteren Auffangmarken mehr.

Die Allianz erwartet für das laufende Geschäftsjahr eine Schadenbelastung durch die Terroranschläge in den USA von rund einer Mrd Euro. Dabei geht sie immer noch von einem Jahresüberschuss aus. Weiterhin belastet die Herabstufung des Sektors durch Goldman Sachs vom Vortag. Laut Händlern trennen sich die Versicherungen weiter von Beteiligungen und tragen damit zu den Verlusten bei. Als Grund nennen die Experten den Cashbedarf, um erwartete Leistungen finanzieren zu können. Allianz geben 7,8 % auf glatt 201 Euro ab und Münchener Rück fallen um 5,2 % auf 225,75 Euro.

Schlechte Stimmung herrscht auch bei den Banken. Deren Beteiligungsportfolio verringere sich weiter im Wert, heißt es. HypoVereinsbank zeigen sich sehr volatil und notierten bereits rund neun Prozent verbilligt als auch schon um fast drei Prozent im Plus. Derzeit gibt der Wert 2,7 % auf 26,66 Euro ab. Commerzbank verliert 7,6 % und die Deutsche Bank 4,2 %. MLP geben sogar 9,9 % auf 46,40 Euro ab.



Technologiewerte unter Druck

Unter Druck stehen auch wieder die Technologiewerte, die von schlechten Nachrichten von EMC und Palm belastet werden. Infineon leiden dazu noch unter einem weiter gesunkenen Verhältnis von Auftragseingängen zu Auslieferungen in der Halbleiterbranche. Infineon verlieren daraufhin nochmals um 13,2 % auf 12,06 Euro. SAP, die am Vortag nach der Bestätigung ihrer Prognose noch zulegen konnten, leiden unter Gewinnmitnahmen und rutschen fast zehn Prozent nach unten.

Auch Autowerte geben ebenfalls weiter stark nach. Neben dem erwarteten Nachfragerückgang bringt das Ausscheiden aus dem MDax Porsche am Freitag unter Druck und sorgt dafür, dass der Wert hohe Verluste verzeichnet. Derzeit sei der Titel in Gefahr, unter 200 Euro abzurutschen, heißt es. Porsche verlieren in der Spitze um über elf Prozent und erholen sich aktuell auf minus 6,6 % bzw. 212,00 Euro. Der MDax notiert 4,6 % schwächer bei 3 527 Punkten. Anleihen können am Freitag nicht von der Panik an den Aktienmärkten profitieren und geben leicht ab.

Keine Hoffnungen erweckt der Blick auf die US-Futures. Der S&P-Future gibt aktuell um drei Prozent ab und der Nasdaq-Future um 3,8 %. Die Feinunze Gold wurde beim Vormittagsfixing in London mit 291,30 $ festgestellt.

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