Erich Schmitt, 57, ist Vorstand Einkauf und zuständig für das China-Geschäft bei Audi in Ingolstadt
Wie fühlt man sich eigentlich, Herr Schmitt ...

..., wenn als Folge von SARS die Nachfrage nach Autos in China plötzlich ansteigt?*

SARS hat mich menschlich sehr bewegt - natürlich auch aus Sicht der Wirtschaft und vor allem meines Unternehmens. Die Chinesen sind tatsächlich in den Zeiten von SARS von den öffentlichen Verkehrsmitteln verstärkt auf den PKW umgestiegen. Aus Angst vor Ansteckung eben. Wie sich dies konkret auf die Verkäufe in China ausgewirkt hat, ist bei dem enormen Wirtschaftswachstum am Ende kaum heraus zu rechnen.

Viel wichtiger war es für mich, dass ich in dieser schwierigen Zeit zu den chinesischen Partnern stehe, dies beweise und kund tue. Seit Jahresbeginn war ich bestimmt zehn Mal in China, zu Verhandlungen, Messen, Veranstaltungen. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Risiko einer Ansteckung für ausländische Geschäftsleute eher gering war, und dass eine Isolation des Landes unbedingt vermieden werden musste. Anderenfalls hätte sich die Wirtschaft ins eigene Fleisch geschnitten, vor allem wenn Sie sehen, wie viele deutsche Geschäftszweige und mittelständische Unternehmen gerade in China angesiedelt sind.

Wie so oft zahlen sich die chinesischen Tugenden Ausdauer und Engagement aus - und der Unternehmenserfolg von Audi gibt mir recht. SARS ist erfreulicherweise schnell wieder aus der öffentlichen Diskussion verschwunden, aber die Steigerungsraten im Markt sind geblieben. China heißt für mich, Partnerschaft pflegen und ernst nehmen, langfristig investieren. SARS war in meinen Augen eine Randerscheinung, bei der die Güte der Partnerschaft getestet wurde.

Claudia Tödtmann

*Audi will in diesem Jahr in China mehr als 50 000 Automobile verkaufen. Zu Zeiten von SARS sprang die Zahl der Autoverkäufe dort plötzlich sprunghaft an.

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